Ganderkesee - „Die Landwirte unterstützen den Artenschutz und werden trotzdem angeklagt“ – das beklagt das Landvolk Ganderkesee in einer Pressemitteilung zum Volksbegehren, mit dem der Naturschutzbund (Nabu) und weitere Umweltverbände Arten- und Naturschutz in Niedersachsen strenger geregelt wissen wollen. Aus Sicht der Landwirte werden so „einseitige Forderungen mit der Brechstange durchgesetzt“. Die Umweltverbände hätten sich erneut „nicht als verlässlicher Partner gezeigt“.
„Wir können es anscheinend aktuell nicht richtig machen“, sagt Landwirt Onno Osterloh. Die Landwirte hätten in Hannover gemeinsam mit BUND, Nabu und anderen Verbänden die Erklärung „Der Niedersächsische Weg“ unterschrieben – ein Papier, das „den Landwirten viel abverlangt“, wie Osterloh betont, „das aber auch Entschädigungen für die Produktionseinschränkungen beinhaltet“.
Der gemeinsame Kontext sei besonders von Ministerpräsident Stephan Weil unterstützt worden, ergänzt Ortslandvolkvorsitzender Cord Wübbenhorst. „Das Volksbegehren macht dieses Abkommen hinfällig. Auch die Landesregierung sieht sich dann nicht mehr an ihre Zusagen zum Ausgleich gebunden.“
Von dem Volksbegehren seien nicht nur Landwirte betroffen, gibt Jana Eilers zu bedenken. Gefordert werde etwa, für den Insektenschutz Plätze und Straßen nachts weniger stark zu beleuchten. Eilers: „Das trifft jeden!“
Das Landvolk wehrt sich auch gegen den Vorwurf, das Flurbereinigungsverfahren im Welsetal sei an der Mitarbeit betroffener Landwirte gescheitert, den Vertreter örtlicher Naturschutzverbände am Freitag äußerten, als sie für die Beteiligung am Volksbegehren warben. „Wir erleben hier ein Déjà-vu“, findet Landwirt Torben Schwarting. „Wir wurden damals gebeten, bei dem Projekt mitzumachen.“ Dann aber sei den Landwirten von den Grünen vorgeworfen worden, sie würden mit der Flurbereinigung eine „industrielle Flächenbewirtschaftung“ anstreben. „Daraufhin sind die Landwirte aus dem Projekt ausgestiegen“, so Schwarting.
