Ganderkesee - „Ich gehe einfach gern in Ganderkesee einkaufen“, sagt Birgit Becker. „Hier finde ich immer etwas und ich gebe mein Geld lieber in Geschäften aus, die ich kenne.“ Das jedoch ist zurzeit nicht möglich, weder für die 56-jährige Ganderkeseerin, noch für irgendwelche anderen Kunden.
Oder doch? Birgit Becker präsentiert eine Idee, die auch in den sozialen Netzwerken schon mehrfach geäußert wurde: „Lasst uns doch alle Gutscheine kaufen“, appelliert sie an die Kunden der Ganderkeseer Geschäfte. „Wir würden ja sonst auch jetzt vor Ostern Geld ausgeben“, argumentiert sie, „ob für neue Schuhe, neue Kleidung oder Ostergeschenke.“ Wenn keine Ware zu bekommen sei, weil die Läden schließen mussten, könne doch der Gegenwert in Gutscheinen angelegt werden: „Dann haben die Kaufleute das Geld, das sie jetzt dringend brauchen, und wir Kunden bekommen die Ware eben ein bisschen später“, so Becker.
Wie das Modell in der Praxis funktionieren kann, darüber hat sich die Kundin noch keine Gedanken gemacht. „Aber da lassen sich bestimmt Wege finden.“ Wilm Denker hat schon einen gefunden: „Da genügt eine E-Mail an mich, dann schicke ich den Gutschein per Post, Rechnung anbei“, sagt der Inhaber des Schuhhauses Denker und 2. Vorsitzende der Kaufleute-Vereinigung Gantermarkt. „Wenn’s schnell gehen muss, würde ich den Gutschein auch abends noch selber beim Besteller in den Briefkasten werfen“, sagt der Schuhhändler, der Birgit Beckers Idee „lobenswert“ findet.
„Da bin ich sofort dabei“, freut sich auch Renate Drieling von der Jeans-Scheune über den Vorschlag. „So ein Gutschein kann telefonisch bestellt werden oder über Facebook“, meint sie. Auch Susanne Piero vom Bastel- und Geschenkeladen „Tüdelkrams“ würde sofort auf Bestellungen reagieren.
Birgit Becker will jetzt mit dem Bestellen von Gutscheinen anfangen und hofft auf viele Nachahmer. „Unsere Kaufleute müssen merken“, findet sie, „dass ihre Kunden hinter ihnen stehen.“
