Ganderkesee - Das Lächeln ließ sich hinter den Masken zwar nur erahnen, glückliche Augen sprachen aber für sich: Am Donnerstag sind die Mensch-Hunde-Teams der Malteser wieder mit ihren Besuchen in der Awo-Tagespflege in Ganderkesee gestartet – sehr zur Freude der Senioren.
„Ich mochte schon immer gern Hunde“, sagte zum Beispiel Brigitte Seack glücklich, während sie mit Penny kuschelte. Penny, eine fünfjährige Labradorhündin, war zum ersten Mal in der Ganderkeseer Einrichtung. Gemeinsam mit ihrer Besitzerin Britt Rose wird sie von nun an zweiwöchentlich die Gäste dort besuchen.
Drei Hospitationen
Während der Ausbildung „Besuchs- und Begleitdienst mit Hund“ lernten die beiden, worauf es ankommt. Etwa ein halbes Jahr in Theorie und Praxis dauert die Ausbildung, erläuterte Heike Walter, Stadtgeschäftsführerin der Malteser in Delmenhorst, die als Hundetrainerin die Kurse gemeinsam mit Ilka Behrens von der Ganderkeseer Hundeschule „Hund aufs Herz“ leitet.
Die drei Hospitationen, die nötig waren, konnten Britt Rose und Penny wegen der Pandemie erst kürzlich machen. Mit dem Einsatz am Donnerstag ging es richtig los. „Es übertrifft meine Erwartungen“, freute sich Britt Rose über den Erfolg und die Begeisterung ihrer Hündin. „Ich merke schon, wenn ich zu Hause die Sachen packe, dass sie mit will. Das ist ein super Zeichen.“
Während des Besuchs am Donnerstag ging Penny auf die Senioren zu und zeigte sich entspannt. „Ich hätte nicht erwartet, dass es ihr so viel Freude macht“, äußerte sich Britt Rose glücklich. Nach einer kurzen „Kuschelrunde“, bei der jeder Gast die Möglichkeit bekam, Penny zu streicheln oder mit ihr zu reden, zeigte sie noch einige Tricks.
Hunde nicht überfordern
„Wir können endlich wieder den Menschen Freude bringen“, freute sich auch Heike Walter, die an diesem Tag mit Hündin Luna dabei war, um das Team Britt Rose und Penny einzuführen. Für die fünfjährige Bolonka-Zwerghündin Luna nichts Neues: Sie ist seit dem Welpenalter im Besuchsdienst unterwegs, erzählte Heike Walter. Wichtig bei der Arbeit sei, die Hunde nicht zu überfordern. Die vielen Hände und Gerüche zu verarbeiten, sei für die Tiere „Schwerstarbeit“. Doch an diesem Tag waren sie entspannt: „Sie zeigen keine Stresszeichen“, erklärte Heike Walter.
Für die derzeit zehn Gäste – wegen der Pandemie ist die Zahl von zwölf reduziert worden – in der Tagespflegeeinrichtung ist der Besuch ein Highlight: „Sie erzählen bestimmt die ganze Woche noch davon, sie freuen sich sehr darüber“, sagte Heide-Marie Sanders, stellvertretende Pflegedienstleitung. Vor allem, weil in der Corona-Zeit fast alle Aktivitäten ausfielen, ist der Besuch etwas Besonderes: „Wir freuen uns darüber, dass wieder ein bisschen mehr geht.“
