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Sagen und Legenden gesucht 6000 Jahre Ganderkesee auf einer Internetseite

Thomas Heisig zeigt den „Teufelstritt“ an der Kirche St. Cyprian und Cornelius in Ganderkesee. Die Geschichte dazu hat er auf seiner Internetseite aufgeschrieben.

Thomas Heisig zeigt den „Teufelstritt“ an der Kirche St. Cyprian und Cornelius in Ganderkesee. Die Geschichte dazu hat er auf seiner Internetseite aufgeschrieben.

Antje Rickmeier

Ganderkesee - Wer hat sie nicht schon einmal gehört, die Sage vom Ganter, der mit seiner Landung an einem See die Grundlage für den Ort Ganderkesee gelegt haben soll? Für Thomas Heisig könnte das alles auch anders gewesen sein. Für wahrscheinlicher hält er die Version, dass ein Mann namens Ganderik Land in Besitz nahm und sich dort später weitere Menschen ansiedelten. Der Name Ganderkesee könnte sich somit im Laufe der Zeit aus „Ganderiks Erde“ entwickelt haben.

Faszination Mittelalter

Das Mittelalter, als Ganderkesee erstmals urkundlich erwähnt wurde, fasziniert den 48-Jährigen schon lange. „Wir haben eine Mittelalter-Gruppe und besuchen Märkte“, berichtet er. Da er mit Familie und Freunden in Kürze an einem großen Lager in Bückeburg teilnehmen will, hat Thomas Heisig eine Internetseite (www.gandrikesarde.de) erstellt. Dort veröffentlicht der Inhaber der Firma Naturstein-Heisig Legenden, Mythen und Geschichten rund um die Gemeinde Ganderkesee.

Auch der Teufel kommt darin vor. Laut Thomas Heisig besagt die Legende, dass er beim Bau der Kirche geholfen hat – in der Annahme, es entstehe ein Wirtshaus. Als er die Täuschung durch die Dorfbewohner erkannte, soll er versucht haben, das Gebäude zu zerstören. Dabei hinterließ er den „Teufelstritt“, einen heute noch sichtbaren Abdruck in der Außenmauer. Steinmetz- und Steinbildhauermeister Heisig hat auch für diese Geschichte eine plausible Erklärung: Der Anker eines Gerüsts oder ein Fremdstein könnten das Loch verursacht haben.

Geschichten gesucht

Sagen und Legenden wie die vom „Teufelstritt“ sucht Thomas Heisig für seine Internetseite. In den sozialen Netzwerken hat er deshalb um Informationen gebeten. „Wenn jemand etwas weiß oder Chroniken hat, nehme ich das gerne mit auf.“ Obwohl Heisig die Ausflüge in die Welt des Mittelalters besonders mag, will er sich in seinem Blog nicht auf diese Zeit beschränken. Ihm geht es um alle Geschichten, die mit der heutigen Gemeinde Ganderkesee im Zusammenhang stehen. Das seien rund 6000 Jahre: „Von der ersten steinzeitlichen Siedlung bis zur Schließung der Futterkrippe“, meint er. Denn auch die Geschichte des Imbisses an der Grüppenbührener Straße, den Generationen von Ganderkeseern kennen, möchte er auf seiner Seite verewigen. Heisig hat eine Liste mit rund 70 Themen erstellt, die er nach und nach bearbeiten will. Als Nächstes soll seine Internetseite einen Zeitstrahl bekommen, auf dem er die unterschiedlichen Ereignisse einträgt.

Viele Hobbys

Der geschichtsinteressierte Ganderkeseer nutzt Veröffentlichungen der Heimatforscher Hans Grundmann und Hermann Speckmann. Doch er recherchiert auch selbst gern in Archiven und Bibliotheken. Allerdings ist die Zeit des Unternehmers und Vaters von vier Kindern knapp: Denn neben seiner Begeisterung für Geschichte ist er als Fußball-Trainer und Spieler beim TSV Ganderkesee aktiv. Auch das Restaurieren von alten Büchern und Musikinstrumenten gehört zu seinen Hobbys. Zudem will der Steinmetz- und Steinbildhauermeister in Kürze eine zusätzliche Ausbildung als Restaurator absolvieren.

Zum Schreiben kommt Thomas Heisig deshalb oft erst spät am Abend. Wie es mit seiner Seite vorangehe, hänge auch davon ab, wie viele Informationen er erhalte, sagt der Ganderkeseer. Außerdem ist das Projekt darauf angelegt, wie ein Blog immer weiter fortgeschrieben zu werden. Wer einen Beitrag oder Informationen beisteuern möchte, kann sich unter der Mail-Adresse info@gandriksarde.de an Thomas Heisig wenden.

Antje Rickmeier
Antje Rickmeier Redaktion Ganderkesee
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