Ganderkesee - Die ersten Absagen trudelten im März 2020 ein, den Sommer über plätscherte das Geschäft dahin und zum Jahresende hin gab es bestenfalls noch Weihnachtsfeiern mit einer Handvoll Personen. Ob irgendwann wieder so gefeiert werden kann wie vor der Pandemie, ist fraglich. Trotzdem ist Ralf Block voll Tatendrang.
„Corona war mein längster, schönster und teuerster Urlaub“, sagt der Inhaber des Partyservice Block in Schlutter. Von den Corona-Hilfen hat er nach eigener Aussage nur zu Beginn der Pandemie einmal profitiert, danach habe er von Rücklagen gelebt, berichtete Block jetzt Bürgermeisterkandidat Henry Peukert (parteilos), der sich ein Bild von der Situation der örtlichen Gastronomie machen wollte.
Unabhängig und flexibel
Woran es liegt, dass ihn die ungewollte Auszeit weniger hart getroffen hat als viele Kollegen, liegt für den gelernten Koch, der sich bereits 1988 selbstständig gemacht hat, auf den Hand: „Ich muss keine Pacht bezahlen“, sagt der 56-Jährige. Auch habe er keine Angestellten, sondern arbeite mit Aushilfen, mit denen er zeitweilig sogar zwei Veranstaltungen parallel bediene.
Markenzeichen des Partyservice Block sind die eisernen, mit Gas beheizten Riesenpfannen, von denen Ralf Block sechs Stück besitzt und in denen er alles vom Grünkohl über Fleischspezialitäten bis hin zu veganen Gerichten zubereitet. Ausgetüftelt hat er sie vor rund 25 Jahren mit seinem Nachbarn Harm Hegeler, der auch die Fertigung übernahm. „Das ist Event-Cooking. Die Gäste werden grundsätzlich mit eingebunden“, beschreibt Ralf Block sein Erfolgsrezept. Auch beim Delmenhorster Kartoffelfest sind die Pfannen stets im Einsatz – allerdings ohne den Chef am Pfannenwender. Block verleiht seine Pfannen dann an örtliche Serviceclubs, die darin Kartoffelpuffer für den guten Zweck braten.
Blocks Einzugsgebiet ist groß. Unter anderem Auftraggeber aus Hamburg, Hannover und Ostfriesland gehören zu seinen Stammkunden. „Wer ihn einmal bei sich hatte, der beauftragt ihn wieder“, so Henry Peukert. Werbung macht Ralf Block kaum. „Das läuft über Mundpropaganda“, so der Partyservice-Chef.
Nur die Hälfte
Auch wenn Veranstaltungen noch längst nicht wieder so ablaufen wie vor der Pandemie, ist Block zufrieden. „An den Einschulungsterminen bin ich ausgebucht“, berichtet er. Um im Fall pandemiebedingter Stornierungen die Verluste im Rahmen zu halten, habe er sicherheitshalber nur etwa die Hälfte der sonst üblichen Catering-Aufträge angenommen.
Bürgermeisterkandidat Peukert nahm den Besuch bei Block unterdessen zum Anlass für einen Appell: Jetzt gelte es, die örtlichen Gastronomiebetriebe nach Kräften zu unterstützen, damit sie weiter existieren können. „Die Branche muss sich wieder in Richtung Normalität bewegen!“
