Ganderkesee - Das Team steht in den Startlöchern – doch noch dürfen die aktuell neun Gästeführer der Gemeinde Ganderkesee aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht loslegen mit ihren Landpartien, Radtouren und sonstigen Veranstaltungen. Alle geplanten Führungen bis Ende Juni fallen aus, wie Elisabeth Kühling als Sprecherin des Gästeführer-Teams mitteilt.

Ganz und gar auf die Anregungen der umtriebigen Ausflugsexperten verzichten müssen die Ganderkeseer jedoch auch jetzt nicht. Elisabeth Kühling hat eine Radtour ausgearbeitet, die Interessierte auch ohne Führung alleine oder zu zweit zurücklegen können und die sie vielleicht in Ecken des Gemeindegebiets bringt, die sie noch nie zuvor gesehen haben.

„Der Natur auf der Spur“ ist ihre „etwas andere“ Gästeführung überschrieben. Für die 20 Kilometer lange Route durch den Gemeinde-Norden müssten etwa zwei bis drei Stunden eingeplant werden, so die Schierbrokerin. Start in Bookholzberg: Von der Geschäftsstraße (Stedinger Straße) aus geht es zunächst Richtung Hohenböken: über die Bahn, „Zur Rampe“ hinunter, geradeaus „An der Bahn“ (parallel zur Bahnlinie), am Ende scharf links, rechts, bis es nach rechts auf die Dorfstraße geht. Diese etwa drei Kilometer weiterfahren bis zum Stedinger Kanal. Stedinger Kanal:  „Absteigen und genießen!“, rät Elisabeth Kühling. In den Wiesen des Landschaftsschutzgebiets gebe es Bodenbrüter zu entdecken. Die Gästeführerin empfiehlt, ein Fernglas mitzunehmen. „Die Wiesen bitte auf keinen Fall betreten!“  Neuenlande: Rechts am Kanal entlang geht es über die B 212 hinweg geradewegs nach Neuenlande. „Neuenlande ist seit 1790 eine reine Moorkolonie und mit ursprünglich 17 Kolonaten weitgehend kultiviert“, erzählt Elisabeth Kühling. Heute gäben nur wenige Flächen noch den Eindruck wieder, wie es hier vor 230 Jahren ausgesehen habe. Eine Extra-Runde über die Neuenlander Straße und „Zur Hör­spe“ lohne sich immer, bevor es durchs Dorf auf der Kanalstraße über Schiffstede nach Schönemoor geht. Schönemoor: An der Schönemoorer Dorfstraße könnten Ausflügler sich die St.-Katharinen-Kirche anschauen, eine Wallfahrtskirche aus dem Jahr 1324. Als Besonderheiten nennt Elisabeth Kühling unter anderem eine Sonnenuhr, Spuren der Pilger aus dem 14. Jahrhundert oder alte Grabstelen aus Obernkirchener Sandstein.  Rethorn: Über die Straße „Zur Ollen“ geht es rechts in die Achternstraße und nach etwa zwei Kilometern nach Rethorn in den Hohenkamp. Oberhalb des Kamerner Sees bietet sich von einer Plattform aus freie Sicht auf die ehemalige Tonkuhle. „ Bis 1966 gab es hier eine Ziegelei“, so Elisabeth Kühling.

Vom Hohenkamp führt die Tour dann nach rechts in den Pappelweg. Vom Parkplatz an der alten Bahndeponie reicht der Blick bis in die Wesermarsch. Nach der Rekultivierung der Deponie seien hier wieder Feldlerchen, Rotmilane, Rebhühner und Bussarde gesichtet worden, so Elisabeth Kühling. Über den Hohenheider Weg, „Übern Berg“ und Windmühlenweg geht’s dann zurück zum Ausgangspunkt.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee