Ganderkesee - Auch nach 40 Jahren im Beruf ist für Carsten Wichmann klar, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat, als er sich für eine Tischlerlehre entschied. „Ich würde es wieder machen“, sagt der Inhaber und Geschäftsführer der Tischlerei Sandkuhl in Ganderkesee. Ähnlich ergeht es auch Mitarbeiter Ralf Tönjes. Zeitgleich mit Wichmann hat er am 1. August 1981 eine Ausbildung in der Tischlerei begonnen. Seit 40 Jahren arbeiten beide in ein und demselben Betrieb.
Zeit schnell vergangen
Als sie damals mit ihren Mofas auf den Hof geknattert seien, hätten sie sich das nicht vorstellen können, meint Carsten Wichmann. „Rückblickend betrachtet, ging die Zeit rasend schnell um.“ Für den 56-Jährigen war nach der Schulzeit klar, dass er einen handwerklichen Beruf ergreifen will. Eine akademische Laufbahn sei nicht in Frage gekommen. Aber auch der Vorschlag seines Vaters, Fliesenleger zu werden, behagte Carsten Wichmann nicht: „Das war nicht so meine Welt.“
Holz schöner Werkstoff
Stattdessen wollte er gerne mit Holz arbeiten – für ihn der schönste Werkstoff überhaupt. Ähnlich erging es Ralf Tönjes, der vor der Ausbildung ein Berufsgrundschuljahr absolviert hatte. Der Beruf des Mechanikers sei ihm zu dreckig gewesen, meint Tönjes. „Außerdem habe ich Lust gehabt, mit Holz zu arbeiten.“
Der 57-jährige Ganderkeseer arbeitet seit 40 Jahren ohne Unterbrechung bei Sandkuhl: „Ich habe in meinem Leben nur eine Bewerbung geschrieben“, berichtet er. Ralf Tönjes gefällt, dass er mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren kann: „Die Lebenszeit ist wichtig.“ Außerdem sei er sehr bodenständig. Lediglich für einen sechswöchigen Aufenthalt in Kanada ließ er sich freistellen. Über die Jahre blieb die Arbeit nicht immer gleich: „In 40 Jahren hat sich viel gewandelt“, sagt Carsten Wichmann. „Vom Hobel zur CNC-Maschine“, beschreibt er die Veränderungen im Technikbereich.
Dass er heute Chef und Inhaber der Tischlerei ist, habe sich so ergeben, meint Wichmann. Der frühere Firmeninhaber Hans-Hermann Sandkuhl sei an ihn herangetreten, ob er den Meister machen wolle. Im Laufe der Zeit habe er dann andere Aufgaben übernommen. 15 Monate lang arbeitete Wichmann zudem in einer anderen Tischlerei, um Erfahrungen zu sammeln. Im September 2006 wurde er dann zweiter Geschäftsführer der Tischlerei Sandkuhl, seit 2013 ist er Inhaber der GmbH.
Carsten Wichmann und Ralf Tönjes sind aber nicht die dienstältesten Mitarbeiter im Betrieb: Heinz Dieter Wellmann ist seit 46 Jahren dort angestellt. So lange in einem körperlich anstrengenden Beruf zu arbeiten, ist laut Carsten Wichmann nicht einfach. Man müsse den ganzen Tag stehen, schwer tragen, auch sei der Zeitdruck größer geworden.
Langjährige Mitarbeiter
Viele andere Mitarbeiter, die als Lehrlinge zu Sandkuhl kamen, sind der Firma ebenfalls treu geblieben. Jedes Jahr würden zwei Auszubildende eingestellt, von denen meist einer übernommen werde, erläutert Wichmann. Dass ihm die Mitarbeiter die Treue halten, liege am Geist in der Firma und an der Vielfältigkeit der Produkte, meint er. Auch an die Zukunft denkt Wichmann bereits: Seit 2020 ist Bastian Arndt zweiter Geschäftsführer. Er ist bereits seit zehn Jahren dabei.
Weitere langjährige Mitarbeiter sind Lars Fuchs (20 Jahre), Jens Rolle (15 Jahre) sowie Philipp Ludwig, Daniel Bahrs, Kirsten Kanert und Hartmut Nürnberg (10 Jahre).
