Ganderkesee - Sie sind nicht unmöglich, aber mit mehr Planung verbunden: Urlaubsreisen mit dem Elektroauto. Das bestätigt Roland Klose, IT-Leiter beim Ganderkeseer Unternehmen Starofit und Vorsitzender des Vereins Elektromobilität Nord. „Wir wollen Autos, die elektrisch angetrieben werden, bekannter machen und die Angst davor nehmen“, sagt Klose.

Seit sieben Jahren voll elektrisch unterwegs

Ein Renault Zoe war 2013 Roland Kloses Einstieg in die Elektromobilität. „Ein Sprung ins kalte Wasser“, blickt der 57-Jährige zurück. Der Zoe hat heute mehr als 150 000 Kilometer auf dem Tacho und fährt noch immer mit der ersten Batterie. „Pro Ladung komme ich 140 Kilometer weit“, sagt Klose.

Ein Tesla Model S ergänzte 2015 den Elektro-Fuhrpark. Seine Fahrzeuge lädt der Aschenstedter an seinem Arbeitsplatz bei der Firma Starofit an teils selbst gebauten Ladestationen.

Mittlerweile ist Klose mit seinen Fahrzeugen schon mehr als 250  000 Kilometer durch Europa gefahren.

Reisen in einem E-Auto sei gerade wegen der Ladepausen entspannter. Klose: „So wie damals, als unsere Eltern im Sommer mit dem Käfer nach Italien fuhren.“ Anstatt durchzurasen, könne man während des Ladens in Ruhe rasten, essen, die Landschaft genießen oder gleich übernachten. Denn entgegen dem Tanken müsse niemand den Strom-Befüllvorgang beaufsichtigen.

Wie muss man eine Reise mit dem E-Auto planen

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Klose: „Wichtig ist es, vorab zu recherchieren, wo es Ladepunkte entlang der Stecke gibt, oder die Reise gleich danach zu planen.“ Die Routen würden in dieser Hinsicht die meisten Navis in E-Autos schon von alleine ausgeben.

Eignet sich jedes Land gleich gut zum Urlaub

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„Alle Länder außer Deutschland“, sagt Klose auf die Frage, welches Land sich denn für Touristen, die mit dem E-Fahrzeug anreisen, eigne. Das hat einen Grund: „Nur wenige Hotels sind hier für das Laden ausgerüstet. Darauf sollte man aber beim Übernachten achten.“ Auch gebe es in Deutschland noch immer kein einheitliches Abrechnungs- oder Ladekartensystem. Darüber hinaus sei die Ladeinfrastruktur auch in Osteuropa noch unterentwickelt. Klose: „Ein gutes Beispiel ist dagegen Norwegen. Mit meinem Tesla bin ich problemlos zum Nordkap und zurück gefahren.“ Selbst in Österreich sei man inzwischen viel weiter in Sachen E-Mobilität.

Wie sieht es mit den Stromkosten aus

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Hauptproblem ist laut Klose, dass jeder Stromanbieter seine eigenen Regeln hat. Ein „Roaming“, um ähnlich wie beim Mobilfunk im Ausland zu den eigenen Vertragskonditionen zu laden, sei möglich, aber sehr kompliziert. „Am besten ist es, sich frühzeitig über die nötigen Ladekarten zu informieren und sie zu kaufen“, rät der IT-Leiter. In einigen Bereichen Süddeutschlands gibt es auch Systeme, mit denen Ladestrom mit der EC-Karte bezahlt werden kann.

Wer hilft bei der Suche nach dem besten Tarif

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Eine Übersicht rund ums Elektroauto, darunter ein Register von Ladekarten und Stromtankstellen bietet im Internet der Blog „Going Electric“. Der regionale Stromanbieter EWE offeriert die „Mobility Card“. Eigenen Angaben nach kann damit an mehr als 30 000 Ladepunkten Strom bezogen werden. Alle verfügbaren Ladepunkte finden Nutzer in der Smartphone-App „Punktladung“ oder auf der Internetseite „EWE-Go“. Einmal zum Ladepunkt navigiert, erfolgt die Freischaltung bequem per Mobility Card oder App.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee