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Energiekosten in der Gastronomie Warum Ganderkeseer Wirte von Gästen bald Eintritt verlangen

Ab Oktober wollen erste Wirte in der Region, auch in der Gemeinde Ganderkesee, für den Besuch ihrer Lokale Eintritt verlangen (Symbolbild). Wie die Gastronomen ihren Gästen die „Energiekostenpauschale“ erklären.

Ab Oktober wollen erste Wirte in der Region, auch in der Gemeinde Ganderkesee, für den Besuch ihrer Lokale Eintritt verlangen (Symbolbild). Wie die Gastronomen ihren Gästen die „Energiekostenpauschale“ erklären.

Archiv/dpa/Christophe Gateau

Ganderkesee - Die Gastrobranche im Nordwesten ist arg gebeutelt. Erst die Corona-Pandemie mit ausbleibender Kundschaft wegen Lockdowns und Beschränkungen, dann die galoppierende Inflation mit immer höheren Lebensmittelpreisen – und jetzt gehen auch noch die Energiekosten durch die Decke. Das treibt nicht nur Wirten wie Ibrahim Celik, Chef des Ortsverbandes Ganderkesee-Hude vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), den Schweiß auf die Stirn. „Wir leiden unter einem erheblichen Kostendruck. Alles wird teurer, das weiß auch der Gast“, sagt Celik, der in Bookholzberg das Hotel und Veranstaltungshaus „Schwarzes Ross“ führt. Doch wie soll die Gastronomie überleben?

Eintritt statt Erhöhung

Anstelle der sonst üblichen Preiserhöhungen auf Speisen und Getränke würden deutschlandweit viele Wirte bereits eine Energiekostenpauschale von ihren Gästen erheben, hieß es jetzt anlässlich der Hauptversammlung des örtlichen Wirtebündnisses. Diese Idee wird wohl auch in der Region Schule machen: „Die Pauschale ist eine Art Eintritt“, sagt Celik. Der angedachte Betrag in Höhe zwischen einem und zwei Euro, der pro Gast und Besuch unabhängig von der Höhe des Verzehrs fällig werden könnte, soll als ein separat auf der Rechnung ausgewiesener Posten auftauchen. Ob sie ihre Gäste zusätzlich belasten wollen und in welcher Höhe, sei allein Sache der Wirte.

Gastroverband wählt Vorstand

Auf ihrer Hauptversammlung haben die Mitglieder des Ortsverbandes Ganderkesee-Hude im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) turnusmäßig auch Vorstandswahlen abgehalten.

Gerhard Menkens bleibt stellvertretender Vorsitzender. Zweiter Stellvertreter wird erstmals Ulf Thiemann, der damit auf Ulrich Bach folgt. Jens Burgdorf bleibt Kassenwart. Marcel Kollmann und Arne Wachtendorf werden Kassenprüfer.

Timo Vetter legte nach 14 Jahren sein Amt als Schriftführer nieder, Marcel Kollmann ist sein Nachfolger.

Ibrahim Celik bleibt weiterhin 1. Vorsitzender. Diese Position steht turnusgemäß erst 2023 zur Neuwahl an.

Es sei aber eine gerechtere Alternative, als immer weiter an der Preisschraube zu drehen, meint Celik. „Wir können nicht immer neue Speisekarten drucken“, sagt er und hofft auf das Verständnis der Gäste. Einführen werden örtliche Gastronomen den Zusatzbeitrag wohl ab Oktober. Dann beginnt nämlich die Heizperiode.

Gäste mit einbeziehen

Kurzfristig umsetzen will Gerhard Menkens die neue Pauschale. Der Wirt der Traditionsgastronomie „Zum grünen Hof“ in Hoykenkamp hat darum schon mit seinen Stammgästen und Haus-Clubs über die Situation in der Gastrobranche und Maßnahmen, das Lokal in Ort zu erhalten, gesprochen. Menkens: „Jeder Gast kann selbst entscheiden, ob er ein Lokal in der Nähe mit warmer Gaststube möchte oder nicht.“ Menkens wird die Kundschaft mit 1,50 Euro pro Besuch zur Kostendeckung heranziehen. „Unsere Gäste haben verstanden, dass die Energiekosten auch für uns immer weiter klettern. Für Strom, Gas und Wasser zahlen wir bald das Doppelte. Auch Lebensmittel sind erheblich teurer geworden. Wer soll die Kosten auffangen außer den Gästen? Wir müssen sie weitergeben“, sagt der Wirt. Der Zusatzbeitrag sei transparenter, als wenn das Bier plötzlich vier Euro oder das Schnitzelgericht 20 Euro kosten würden. Über die neue Pauschale will er zeitnah im Eingangsbereich informieren.

Existenzsicherung

Celik wird das Aufgeld zunächst nicht einführen. Grund: Das „Schwarze Ross“ bietet feste Events mit zuvor klar angesagten Preisen, aber auch die Möglichkeit, private und betriebliche Feiern zu veranstalten. Celik: „Die Preise, die wir vereinbart haben, halten wir natürlich ein.“ Für 2023 würde die Kalkulation aber angepasst. Sowohl Menkens als auch Celik betonen, dass der Zusatzbeitrag der Existenzsicherung diene. „Die Wirte können die Pauschale auch wieder abschaffen, wenn das Gas wieder billiger wird“, blickt Celik voraus.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
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