Ganderkesee - Wenn Malte Smolna Fasern aus einem der getürmten Ballen im Lager zieht, ist denen gar nicht anzusehen, welche Allround-Talente sie doch sind. Tatsächlich aber stecken sie in Windeln, Pflastern, Decken, Kissen, Filtersystemen, Wattestäbchen und vielen weiteren Dingen unseres alltäglichen Gebrauchs. „Und doch ist unser Unternehmen relativ unbekannt“, sagte Malte Smolna, Geschäftsführer der Cetex-Rheinfaser GmbH, in einem Gespräch mit dem Bürgermeisterkandidaten Ralf Wessel (CDU) und dem Gemeindeverbandsvorsitzenden der CDU, Stephan Neitzel.
Selber Standort
Seit 1965 existiert der internationale Faserhändler bereits– und das immer am selben Standort in der Handelsstraße 1. „Mit dem Standort sind wir nach wie vor sehr zufrieden. Die Infrastruktur ist gut“, betonte Malte Smolna.
Trotzdem durfte es nach all den Jahren doch noch ein wenig mehr Platz sein. Einen Katzensprung weiter, an der Dehltuner Straße am Rande des Gewerbegebiets, hat das Unternehmen ein 10 000 m² großes Grundstück erworben, das zuvor im Besitz des Umzugsunternehmens Mansholt war. Dort soll eine Halle entstehen, in der ein Teil der etwa 250 verschiedenen synthetischen Fasertypen, die das Unternehmen anbietet, gelagert werden kann. „Die Pläne sind fix, aber wegen Corona haben wir den Bau vorerst verschoben“, so der Geschäftsführer.
Importiert werden die Fasern aus Asien, Lateinamerika, Europa und auch Afrika. Dass das gerade in der Corona-Pandemie herausfordernd ist, nimmt Malte Smolna mit Humor: „Jetzt ist die Arbeit eben sehr spannend.“ Zudem seien ein paar wenige Container auch mit dem Schiff „Ever Given“ unterwegs, das derzeit auf dem Suezkanal festhängt. Zum Glück werde das keine finanziellen Folgen für Cetex-Rheinfaser haben.
Was der Vorfall aber mit sich bringe, seien stark schwankende Preise für Container. „Dass macht es uns schwer, für den kommenden Monat zu kalkulieren“, sagte der Geschäftsführer. Und auch die Ausmaße der Coronakrise in Indien werden Einfluss auf den Handel haben. Glücklicherweise habe Cetex vorab bereits einiges importiert.
Kleine Mannschaft
„Uns geht es trotz aller Probleme gut“, betonte Malte Smolna. Im vergangen Jahr habe das Unternehmen 36,7 Millionen Euro Umsatz gemacht. In Ganderkesee sorgen 15 Mitarbeiter für einen reibungslosen Ablauf. „Eine kleine Mannschaft, die sich um ein großes Volumen kümmert“, sagte Malte Smolna.
Bürgermeisterkandidat Ralf Wessel zeigte sich begeistert und betonte: „Eine gesunde Wirtschaft, die Arbeitsplätze und Perspektiven bietet, ist einfach wichtig für eine lebenswerte Gemeinde.“
