Ganderkesee - In diesem Sommer liegt der Wohnmobil-Urlaub voll im Trend. „Begünstigt wird der Boom sicher von den Zwängen der Corona-Pandemie“, ist Tinke Schmidt überzeugt. Abstands- und Hygieneregeln ließen sich im fahrenden „Eigenheim“ besser einhalten. Gemeinsam mit ihrem Partner Rainer Tönjes betreibt sie seit 2017 die „Villa Hohenböken“, ein Gästehaus am Ammerweg in Ganderkesee- Hohenböken mit weitläufigen Außenanlagen. Dazu gehört auch ein Wohnmobilpark.
Schmidt beteuert: „Wir sind selbst eingefleischte Wohnmobilisten.“ Höchstpersönlich hat das Paar festgestellt, dass wegen der aktuell besonderen Nachfrage fast alle Stellplätze in der Region ausgebucht sind.
Wohnmobilpark Hohenböken als Geheimtipp
Fürs eigene Geschäft sei die Knappheit natürlich auch gut: „Wir haben noch gar nicht angefangen, den Park zu bewerben, schon haben wir die doppelte Buchungsanzahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum“, ist Schmidt erfreut. Statt seiner 16 Stellplätze kann das Paar wegen Corona-Auflagen 2020 aber nur acht anbieten. Auch Waschraum und Küche bleiben geschlossen.
Beim Saunahuus am Heideweg liegen vier ganzjährig geöffnete Plätze mit Strom und Versorgungsstation. Im Zuge der Bad-Erweiterung sollen sie verlegt werden.
Auf dem Festplatz an der Raiffeisenstraße gibt es neben Stellplätzen eine kostenfreie Abwasser-Entsorgungsmöglichkeit.
Beim Schießstand in Bookholzberg stehen acht Wohnmobilstellplätze ohne Versorgungsanlagen zur Verfügung.
Feriencamping ist auch beim Camping & Ferienpark Falkensteinsee im Wohnmobil, Zelt oder Wohnwagen möglich.
Das macht Erholungsuchenden wie Niklas Panke-Lilienthal nichts aus. Der Aufenthalt in Hohenböken ist für den 31-jährigen Osterholzer und seine Familie nämlich ein Testlauf für ein größeres Vorhaben: „Wir wollen bis Sommer 2021 auf Tour gehen“, verrät der Softwareprogrammierer. Ihr Ziel, dem deutschen Winter in Griechenland zu entkommen, dann durch Europa zu reisen, hatte die Familie noch vor der Pandemie festgelegt. „Jetzt ziehen wir das durch, die Wohnung ist schon gekündigt“, sagt Panke-Lilienthal. Seinen Job erledigt er künftig aus dem rollenden „Homeoffice“ – wenn es dort Internet gibt.
Aktive Generation 50plus
Doch es sind nicht nur junge Familien, die sich im Sommer 2020 in Hohenböken auf das Reisen mit dem „Motorhome“ einlassen. „Ein großer Teil ist im Alter 50plus“, sagt Tönjes. Und stammt oft aus Nordrhein-Westfalen und schaut meist zum Kurzurlaub oder auf dem Weg an die Nordsee vorbei. Womit die Region bei diesen Gästen punkten kann? „Flaches Land, ideal zum Radfahren, viel besser als das Weserbergland“, erklärt Schmidt und nennt einen weiteren Vorteil: „Die neue Ausschilderung der Radwege hat dem Tourismus zusätzlichen Schub gegeben.“
Hasbruch ist ideal zum Wandern
Sehr beliebt zum Wandern sei bei der reisefreudigen Generation 50plus auch der Hasbruch. „Da muss die Beschilderung aber noch besser werden“, fordert die Wohnmobilparkbetreiberin. Und meint damit nicht die Wegführung in dem Wald selbst.
Schmidt: „Das Waldgebiet liegt so verkehrsgünstig. Doch weder von der Ganderkeseer, noch von der Huder Seite findet man richtig hin.“ Das sollte sich rasch ändern, wünscht sie sich im Interesse aller Wohnmobilisten.
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