Frau Grundmann, hat die Messe „HanseBau“ jetzt den Gartenbau entdeckt?
GrundmannDas ist tatsächlich so. Das Angebot geht dort immer stärker in den Gartenbereich, weil ein schöner Garten einfach zum Haus dazugehört.
Sind die Kunden denn auch bereit, für einen schönen Garten mehr Geld in die Hand zu nehmen?
GrundmannJa, vor allem weil Kredite zurzeit günstig sind. Da tun sich auch die Jüngeren, die ihr erstes Haus bauen, leichter damit, 40 000 bis 50 000 Euro zusätzlich für den Garten aufzunehmen.
So viel Geld braucht man dafür?
GrundmannJa, wenn alles fertig sein soll, inklusive Zäune und Spielgeräte für die Kinder.
Was zeigt denn Gala-Bau Kreye auf der Messe?
GrundmannWir haben auf 100 m² eine kleine Gartensituation geschaffen, mit einem Bio-Pool.
Was zeichnet denn einen Bio-Pool aus?
GrundmannDas ist ein Pool wie andere auch, ganz klassisch, nur ohne Chemikalien. Die Reinigung des Wassers erfolgt rein mechanisch mit Phosphatfiltern. Das Gleiche gilt für Schwimmteiche: Auch hier gibt es inzwischen technische Filterlösungen, die die Filterung durch Pflanzen ersetzen. Die Pflanzen helfen noch mit beim Reinigen, aber sie sind mehr dekoratives Beiwerk. So braucht man viel weniger Platz für einen Schwimmteich im Garten.
Wie lange macht die Firma Kreye schon bei der HanseBau mit?
GrundmannIn diesem Jahr zum fünften Mal. Vorher haben wir in Bremen an der Messe „Gartenträume“ teilgenommen, aber die entwickelte sich mehr und mehr zu einer Verkaufsmesse für Gartenmöbel und -deko. Die HanseBau dagegen ist eine reine Info-Messe für Häuslebauer. Hier können wir viele Neubau-Kunden ansprechen, die sich zum ersten Mal einen eigenen Garten anlegen.
Bringt der Messe-Auftritt denn auch gleich Aufträge oder geht es mehr ums Image?
GrundmannEs geht definitiv ums Image. Natürlich generieren wir auch Aufträge, aber die kommen dann später. Wir verteilen unheimlich viele Flyer auf der Messe. Ich habe es schon erlebt, dass Kunden sich erst zwei Jahre danach gemeldet haben. Insofern ist die Messe-Teilnahme sehr nachhaltig.
Wie groß ist der Aufwand dafür?
GrundmannWir haben Montag in aller Frühe mit dem Aufbau angefangen, mit sechs oder sieben Mitarbeitern, das dauert bis Donnerstag. Von Freitag bis Sonntag sind wir am Messe-Stand, immer mit mindestens drei Leuten, und am nächsten Montag ist der Abbau, wieder mit sechs bis sieben Mann. Das ist schon ein hoher Aufwand.
Aber er lohnt sich?
GrundmannDefinitiv, sonst würden wir es nicht machen. Wir profitieren besonders davon, dass wir eine der ersten Gartenbau-Firmen waren, die auf der HanseBau ganze Gartenszenen gezeigt haben. Wir sind in Bremen inzwischen recht bekannt.
Zur HanseBau gehört auch ein Aktionstag für Ausbildung. Wie ist die Firma Kreye in dieser Hinsicht aufgestellt?
GrundmannSehr gut. Wir haben eine starke Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Zurzeit werden im Betrieb 16 junge Leute ausgebildet. Für diesen Sommer liegen wieder viele Anfragen vor, wir nehmen aber auch schon Bewerbungen für das nächste Jahr entgegen. Generell hat der Gartenbau nicht das Problem, Auszubildende zu finden, sondern eher, die jungen Leute zu halten. Viele wollen hinterher studieren. Die Betriebe müssen mehr darauf achten, dass die gut ausgebildeten jungen Leute bei ihnen bleiben.
