Ganderkesee/Bremen - Unzählige Musikstücke hat Werner Lüdeke in seinem langen Leben als Komponist und Arrangeur schon komponiert. Viele der Melodien des bekannten Ganderkeseers sind im deutschsprachigen Raum auf Schallplatten, Kassetten oder CDs verlegt. Und eine Fülle an Faschingsschlagern stammen ebenfalls aus der Feder des ehemaligen Dirigenten der GGV-Bigband.
Traditionsverbunden
Doch künftig marschieren nicht nur Ganderkeseer Prinzenpaare und Garden zu seinen Klängen: Mit dem „Bremer Schlüssel“, einem von ihm vor mehr als 50 Jahren für die Schutzpolizei Bremen geschriebenen Konzertmarsch mit Gesang, zu dem Werner Siebert damals den Text beigesteuert hatte, hat Lüdeke die Bundeswehr nachdrücklich beeindruckt. „Der Bremer Schlüssel ist seit wenigen Wochen offizieller Standortmarsch des Landeskommandos Bremen der Bundeswehr“, berichtet der 87-Jährige.
Der Ganderkeseer Werner Lüdeke ist Komponist und Arrangeur. Er widmete jetzt seinen bereits 1972 komponierten Marsch „Bremer Schlüssel" der Bundeswehr. Das Stück ist nun der Standortmarsch des Landeskommandos Bremen. Bild: Thorsten Konkel
In Kontakt mit der Bundeswehr war Lüdeke über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gekommen. Als ehemaliger Polizist und Musiker im Musikkorps der Schutzpolizei Bremen, hatte Lüdeke viele Jahrzehnte auch bei Konzerten des Volksbundes gespielt – ebenfalls bei der damaligen Konzertreihe „Musikschau der Nationen“. Für deren Aufführung im Jahr 1986 hatte der Ganderkeseer sogar das Finale mit mehr als 700 Musikern arrangiert.
Im vergangenen Jahr nahmen die Dinge dann ihren Lauf: Am 20. Juni spielte das Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg in der Bremer Glocke ein Benefizkonzert zugunsten des Bremer Landesverbandes der Kriegsgräberfürsorge.
Feierliche Übergabe
In seinem Wohnzimmer schaut Lüdeke sich gern die Aufzeichnung der Aufführung seines Marsches in der Bremer Glocke an. Bild: Thorsten Konkel
Die Zugabe bekam unerwartet eine besondere Bremer Note. Als Überraschung hatten die Militärmusiker Lüdekes Marsch einstudiert. Die Noten dazu hatte er dem Bundeswehrorchester 2022 übergeben. Unter den Anwesenden des Konzerts war damals auch Oberst Andreas Timm. Der Kommandeur des Landeskommandos gefiel das Stück, er fragte bei Lüdeke an.
Und schon beim Quartalsantreten in diesem Jahr vor Ostern wurde der Marsch dann in der Bremer Scharnhorst-Kaserne feierlich übergeben. Als offizielles Musikstück des Kommandos erklang der Marsch erstmals bei den militärischen Feierlichkeiten zum niederländischen „König-Tag“ Ende April in der Marineoperationsschule Bremerhaven.
Für das Musikkorps der Bremer Schutzpolizei hat Werner Lüdeke den „Bremer Schlüssel“ 1972 komponiert. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Orchesters fand der Marsch den Weg auf eine Langspielplatte.
Die Originalnoten und die LP hat der Komponist aufbewahrt. Den Marsch hat Lüdeke in der Zwischenzeit an die moderne instrumentelle Besetzung heutiger Orchester angepasst.
Der „Bremer Schlüssel“ soll der Bundeswehr eine dauerhafte musikalischen Präsenz im Land Bremen geben.
Das Landeskommando Bremen stimmt sich eigenen Angaben zufolge mit der Landesregierung, Verwaltung und Polizei sowie mit Rettungs- und Hilfsdiensten in Bremen in Fragen der zivil-militärischen Zusammenarbeit ab. Ihm untersteht auch die Heimatschutzkompanie Bremen. Mit den Familienbetreuungszentren Delmenhorst und Wilhelmshaven ist das Landeskommando auch in Niedersachsen präsent.
Wenngleich Lüdeke seinen Marsch früher oft gespielt und häufig bei Radio Bremen in der Hörfunksendung „Hafenkonzert“ gehört hat, als offiziellen Standortmarsch – und gespielt von einem Bundeswehr-Orchester – hat er ihn noch nicht erlebt. Das hat einen Grund: „Früher gab es noch das Heeresmusikkorps Grohn, doch leider hat Bremen jetzt kein eigenes Bundeswehr-Orchester mehr“, bedauert er. Vielleicht aber findet sich ja bald ein Anlass, damit das Marinemusikkorps Wilhelmshaven den Marsch bei einer Veranstaltung des Landeskommandos in Bremen oder umzu endlich öffentlich aufführt.
