Ganderkesee - „Wenn ich nicht auf Europarundreise gehen kann, dann fahre ich halt mit dem Fahrrad durch Deutschland“. Wie sie auf diese Idee gekommen ist, kann Sina Kaminsky schnell beantworten: Weil ihr ursprünglicher Plan, mit der Bahn gleich den ganzen Kontinent zu bereisen, nicht mehr funktioniert – Corona hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Eigentlich wollte die Abiturientin mit einer Interrail-Karte Europa per Bahn kennenlernen, doch die Pandemie machte diesen Traum zunichte. Sich in den Zug zu setzen und losfahren, ging nicht – also schwingt sie sich nun in den Sattel und tritt in die Pedale. „Ich habe immer ein bisschen Fernweh“, erzählt Sina. „Aber fliegen wollen wir im Moment noch nicht und das Fahrrad ist eine gute und auch kostengünstige Alternative, um etwas zu unternehmen.“
Mit dem Rad von Norden nach Süden durch Deutschland
Dann also mit dem Fahrrad: Zusammen mit ihrer Freundin Carina Diers aus Steinkimmen will die 20-jährige Ganderkeseerin einmal von Norden nach Süden durch Deutschland fahren: „Der aktuelle Plan ist, der Weser zu folgen“, erklärt sie. „Danach richten wir uns nach dem Motto ,Immer der Nase nach’.“
Immer wieder unterwegs
Dass die Ganderkeseerin gerne reist, beweisen ihre vergangenen Exkursionen: „Ich habe schon viel von Europa gesehen und habe ein Auslandsjahr in den USA verbracht“, berichtet Sina. „Wegen meines Reisefiebers kann ich auch dieses Jahr nicht einfach zuhause sitzen.“ Gesagt, getan: Im Oktober wollen die beiden Freundinnen von Ganderkesee aus bis runter zum Bodensee radeln: „Ich habe zwei Freundinnen, die dort studieren“, erzählt Sina. „So kann ich sie mal besuchen.“
Die beiden jungen Frauen planen, rund drei Wochen unterwegs zu sein. „Wenn es dann den einen oder anderen Tag länger dauert, ist das eben so“, sagt Sina. „Wir wollen ja auch Urlaub machen, daher lassen wir uns Zeit.“ Dennoch wollen sie ordentlich vorankommen: „Da wir nicht die Sportlichsten sind, fangen wir langsam an und wollen uns dann steigern“, meint sie schmunzelnd. „Wenn wir so ungefähr 60 Kilometer am Tag schaffen, ist das schon mehr als genug“.
Die Vorfreude ist groß
Sina, die beruflich für Apple Maps in einem sogenannten „Look-Around-Auto“ durch die Gegend fährt, ist voller Vorfreude: „Es ist eine sehr willkommene Abwechslung, da ich sonst arbeitsbedingt immer im Auto sitze“, sagt sie. Vor allem auf die Übernachtungsmöglichkeiten ist sie gespannt: „Meistens werden wir in Jugendherbergen übernachten. Aber wir nehmen auch ein Zelt mit. Hoffentlich finden wir schöne Seen, an denen wir campen können.“
