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Gastronomie im Landkreis Oldenburg Pauschale für Energiekosten nicht überall

Der Tisch ist gedeckt: Im Restaurant „Da Sergio“ in Wildeshausen bezahlen Gäste keine Pauschale als Ausgleich für steigende Energiekosten.

Der Tisch ist gedeckt: Im Restaurant „Da Sergio“ in Wildeshausen bezahlen Gäste keine Pauschale als Ausgleich für steigende Energiekosten.

Archiv/Imke Harms

Wildeshausen/Landkreis - Kostet der Restaurantbesuch bald pauschal ein, zwei Euro mehr? Viele Gastronomen in Deutschland nehmen von ihren Gästen bereits einen Ausgleich für steigende Energiekosten – im Landkreis Oldenburg sind sich die Wirte diesbezüglich nicht einig. Der Ortsverband Ganderkesee-Hude vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat jüngst beschlossen, die Pauschale als eine Art „Eintritt“ zu verlangen.

Fairste Lösung

„Wir haben uns darauf geeinigt, weil es dem Gast gegenüber am fairsten ist“, begründet Jens Burgdorf, Kassenwart im Dehoga-Ortsverband und gleichzeitig Betreiber der „Klosterschänke“ in Hude. „So wird nicht derjenige ‚bestraft’, der viel verzehrt“, führt Burgdorf weiter aus. Jeder Gast zahle pro Besuch die Pauschale, unabhängig vom Verzehr und der Gesamtrechnung. Durch diese Variante wolle man die Preise für Speisen und Getränke halten – und nicht aufgrund der steigenden Energiekosten anheben müssen. Ab Oktober gibt es die Energiekostenpauschale in seinem Restaurant, sie beträgt 1,50 Euro pro Gast.

Kosten weitergeben

So viel wird es künftig auch bei Gerhard Menkens in der Traditionsgastronomie „Zum grünen Hof“ in Hoykenkamp extra kosten. „Unsere Gäste haben verstanden, dass die Energiekosten auch für uns immer weiter klettern. Für Strom, Gas und Wasser zahlen wir bald das Doppelte. Auch Lebensmittel sind erheblich teurer geworden. Wer soll die Kosten auffangen außer den Gästen? Wir müssen sie weitergeben“, sagt der Wirt. Der Zusatzbeitrag sei transparenter, als wenn das Bier plötzlich vier Euro oder das Schnitzelgericht 20 Euro kosten würden.

„Endlosspirale“

In Wildeshausen stellt sich die Situation anders dar. „Wir machen das nicht – und wir denken da im Moment auch überhaupt nicht dran“, sagt Frank Stauga vom Alten Amtshaus. Gleichzeitig betont der Sprecher der Gastronomen in Wildeshausen auch, dass das jeder für sich entscheiden müsse. „Ich glaube, das wird eine Endlosspirale, wenn wir die Preise höher und höher schrauben. Die Gäste können ja nichts dafür, dann können wir sie auch nicht zur Kasse bitten“, schildert er in Bezug auf steigende Lebensmittel- und Energiepreise.

Schöne Zeit für Gäste

Ähnliche Argumente sind auch vom Gut Altona zu hören. „Es gibt bei uns keinerlei Überlegung, eine Energiekostenpauschale von unseren Restaurantbesuchern zu nehmen“, bestätigt Anton Bühring. Auch im Restaurant „Da Sergio“ an der Hunte gibt es keine Pläne, eine Art Eintritt zu erheben. „Wir wollen, dass die Gäste eine schöne Zeit haben“, sagt Aileen Reho. Ihr Mann Roberto Reho ist Geschäftsführer und Küchenchef im Restaurant. Man versuche, Energie zu sparen, indem man beispielsweise die Lichter nicht schon bei der Vorbereitung anmache. „Aber die Gäste sollen nicht zahlen müssen, weil bei uns das Licht an ist“, so Reho.

Gloria Balthazaar
Gloria Balthazaar Redaktion Wildeshausen
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