Spaziergänger zwingen Zug zur Vollbremsung

(...) Die Bahn selbst ist daran nicht unbeteiligt, dass sich Waldbesucher wiederholt in Lebensgefahr begeben. Zwischen der Eisenbahnbrücke über die Hunte und dem Speckmannsweg in Sandkrug gab es vor 50 Jahren drei Bahnübergänge, die sowohl landwirtschaftliche Fahrzeuge als auch Rad- und Fußgänger nutzen konnten. Diese wurden beseitigt und ein neuer Bahnübergang im Wald wurde geschaffen. Ein Drehkreuz ermöglichte hier die Überquerung von Rad- und Fußgängern, die zwischen dem Barneführer Holz und Wardenburg verkehren wollten. An dieser Stelle ist die Strecke nach beiden Seiten gut einsehbar, sodass das Risiko einer Gefährdung für die Bahn und der Passanten möglichst gering gehalten wurde. Jahrzehntelang kam es dort zu keinem Zwischenfall.

Vor ungefähr 11 Jahren entschloss sich die Bahn, den letzten Übergang im Barneführer Holz zu schließen. Die Sperrungen konnten nur mit einem enormen Aufwand an neu gebauten Zäunen und Sperrvorrichtungen durchgesetzt werden. Die Bundespolizei hat mit einem hohen personellen Aufwand versucht, die Situation im Wald unter Kontrolle zu bringen. Nimmt man den jetzigen Artikel in der NWZ, so hat sich die Situation nicht verbessert. (...)

Warum geht die beratungsresistente Bahn nicht auf die vernünftigen, der Praxis angepasste Vorschläge von Menschen ein, die das Umfeld über Jahrzehnte kennen? Schon mit der Schließung der letzten Querungsmöglichkeit wurde von mir ein gesicherter Bahnübergang an alter übersichtlicher Stelle gefordert. (...) Die Gesamtkosten für die Durchsetzung der Sperrung sind mittlerweile bestimmt nicht höher einzuschätzen, als der Bau einer sicheren Querung. Wann setzt endlich ein wirtschaftliches Denken bei der Deutschen Bahn ein, die es ermöglicht „zwei Fliegen“ mit einer Klappe zu schlagen?

Karl-Heinz Pelster Sandkrug