Klein Henstedt/Wildeshausen/Großenkneten - In einem Mastputenbestand in Klein Henstedt in der Gemeinde Prinzhöfte ist nach Eingang des Laborbefundes durch das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) jetzt der Ausbruch der Geflügelpest amtlich festgestellt worden. Nach Mitteilung der Kreisverwaltung von Dienstag hat das Veterinäramt auf Grundlage der Geflügelpest-Verordnung die Tötung der Puten angeordnet. Es handelt sich um einen Bestand von 13 000 Tieren. Um den Ausbruchsort wurde ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet. Zusätzlich gibt es ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von zehn Kilometern.
In Ahlhorn und Bissel in der Gemeinde Großenkneten wird ein Anschluss-Beobachtungsgebiet zum Geflügelpestausbruch auf dem Gebiet des Landkreises Cloppenburg eingerichtet. In der Cloppenburger Bauerschaft Kellerhöhe war am Montag die Geflügelpest ausgebrochen. 17 000 Putenhähne wurden getötet.
Eine Ausbreitung der Vogelgrippe im Landkreis Oldenburg muss unbedingt vermieden werden, um andere Haltungen zu schützen und wirtschaftlichen Schaden abzuwenden, heißt es aus dem Kreishaus in Wildeshausen.
Die Geflügelpest ist eine sehr leicht übertragbare Viruserkrankung bei Geflügel mit schneller Verbreitung über größere Gebiete und sehr hoher Erkrankungsrate beim Geflügel. Alle Vögel können Überträger sein, insbesondere wildlebendes Wassergeflügel kommt als Überträger in Betracht – Wasservögel erkranken oft nicht an Geflügelpest.
Die Übertragung erfolgt auch leicht über Personen und Fahrzeugverkehr. Für den Menschen besteht keine Gefahr. Die durch die Geflügelpest verursachten wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Jeder Verdacht einer Geflügelpest-Erkrankung muss sofort dem Veterinäramt gemeldet werden.
Im Landkreis muss Geflügel seit dem 14. November aufgestallt gehalten werden. Das soll eine Ansteckung der Geflügelbestände verhindern helfen. Die Geflügelpest bedroht im Kreisgebiet in fast 1300 Haltungen etwa 8,3 Millionen Tiere.
Am 23. November meldete die Kreisverwaltung, dass in Wildeshausen eine tote Gans gefunden wurde, die positiv auf das Vogelgrippe-Virus H5N5 getestet wurde.
Seit dem letzten Ausbruch der Vogelgrippe sind vier Jahre vergangen. Es war Heiligabend 2016, als zuerst in Brettorf die Geflügelpest festgestellt wurde. 10 000 Puten wurden getötet. Wenige Tage später gab es den nächsten Ausbruch in einem Putenbetrieb in der Gemeinde Hude mit 22 300 Tieren. Es folgten weitere Tierbestände in Munderloh, Westerburg und Hurrel.
