Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Diskussion in Dötlingens Umweltausschuss Klimaschutzmanager fehlt in Gemeinde

Symbolbild

Symbolbild

dpa

Neerstedt - Die Gemeinde Dötlingen ist, was den Klimaschutz betrifft, gut aufgestellt. Darin war sich der Ausschuss für Umweltschutz während seiner jüngsten Sitzung im Neerstedter Rathaus einig. Was die Arbeit aber noch besser machen würde, wäre ein Klimaschutzmanager – auch das schien während der Sitzung durch.

Zwei statt 30 Stunden

Auf den aktuellen Stand und was in den vergangenen Jahren geleistet worden ist, ging Bauamtsleiter Uwe Kläner ein. Seit 2012 teilte sich die Gemeinde Dötlingen gemeinsam mit Ganderkesee einen Klimaschutzmanager: Mit einer Viertelstelle war Lars Gremlowski in Dötlingen tätig, leitete die Arbeitsgruppen des Arbeitskreises „Energieeffizientes Dötlingen“ (EED) und begleitete Projekte. Die Personalkosten wurden vom Bundesumweltamt bezuschusst. 2017 hatte Gremlowski in der Funktion seinen letzten Arbeitstag: Seit 2018 ist Silke Eichhorn-Röpken, Sachgebietsleiterin „Bautechnik“, für die Geschäftsführung des EED verantwortlich.

Die Maßnahmen

Seit 2005/2006 beschäftigt sich die Gemeinde intensiver mit Energie, -verbrauch, -effizienz, Klima und Klimawandel. 2008 folgte die Gründung des Arbeitskreises Energieeffizientes Dötlingen. Maßnahmen zur Reduktion des Co2-Ausstoßes sollten darin geplant und umgesetzt werden.

Bis Ende 2021 wurde unter anderem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Rathausanbaus angebracht, wurde die Lade-Infrastruktur in der Gemeinde verbessert und wurden Beratungskampagnen des Landkreises Oldenburg betreut – dies sind drei von mehreren Beispielen.

Der unbesetzte Arbeitsplatz des Klimaschutzmanagers wurde seitdem stark zurückgefahren: Von 30 Arbeitsstunden sind zwei geblieben, erklärte Kläner – zu wenig, um das Pensum zu schaffen. Der Manager habe die eingebrachten Ideen aufgearbeitet, unterstrich Rudi Zingler (SPD) den Vorteil. „Die Politik musste nur noch zusehen, das Geld zu beschaffen.“ So sah es auch Ausschussvorsitzender Dirk Orth (Grüne): „Lars Gremlowski war immer die treibende Kraft – und ich finde, das fehlt an allen Ecken und Enden.“ Dietz Wiechers (CDU) und Sabine Schütte (FDP) vertraten die Meinung, dass die Gemeinde auf einem guten Stand sei: „Den müssen wir jetzt versuchen zu halten“, sagte Wiechers.

Dem Sachstandsbericht vorausgegangen war ein Antrag der Grünen: Dieser sah unter anderem vor, dass das Klimaschutz- und Energiekonzept der Gemeinde fortgeschrieben wird. Umfangreiche Fördermöglichkeiten sollten ausgeschöpft und der Arbeitskreis EED aktiv eingebunden werden. Der Beschlussvorschlag sah jedoch vor, dass der Antrag zunächst zurückgestellt wird, bis die Zielediskussion durch den Gemeinderat abgeschlossen ist. Der Antrag sei sehr umfangreich, erklärte Bürgermeisterin Antje Oltmanns, „und wir haben noch andere wichtige Themen zu ,beackern’.“ Zudem habe die Gemeinde das große Ziel, einen Gemeindeentwicklungsplan aufzustellen. Auch angesichts der angespannten finanziellen Situation sollte dort zuerst geklärt werden, welche Themen in den Fokus rücken.

Antrag der Grünen

Dirk Orth beantragte dennoch, keinen Beschluss zu fassen und der Verwaltung mit auf den Weg zu geben, nochmal nach Alternativen Ausschau zu halten, „damit wir nicht auf der Stelle stehen, sondern den Klimaschutz jetzt voranbringen“. Er stimmte dafür, SPD, CDU und FDP stimmten für den Beschlussvorschlag.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von „Happy End“

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden