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Chancen für Landwirtschaft und Energiewende Gemeinde will Regeln für Photovoltaikanlagen auf Äckern aufstellen

Ist das die Zukunft der Landwirtschaft? Eine Ackerfläche ist mit Photovoltaik-Modulen „bepflanzt“. Dazwischen grasen Schafe – gesehen in Föhren (Kreis Trier-Saarburg).

Ist das die Zukunft der Landwirtschaft? Eine Ackerfläche ist mit Photovoltaik-Modulen „bepflanzt“. Dazwischen grasen Schafe – gesehen in Föhren (Kreis Trier-Saarburg).

dpa/Archiv

Ganderkesee - Wie rasch kann die Unabhängigkeit von fossilen Energien gelingen? Diese Frage stellt sich angesichts des Ukraine-Kriegs nicht nur aus Klimaschutzgründen. Auch die Versorgungssicherheit hat Russland durch den Einmarsch in sein Nachbarland infrage gestellt. Neben dem Ausbau der Windenergie kommt nun der Photovoltaik (PV) eine immer größere Bedeutung zu.

Um die Möglichkeit, auf örtlichen Äckern und Feldern Strom zu produzieren, geht es an diesem Donnerstag im Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Die öffentliche Sitzung in Präsenz beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Ganderkeseer Rathauses.

Großes Interesse

Das Interesse an PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen ist offenbar groß: Der Verwaltung liegen eigenen Angaben nach vermehrt Anfragen von Grundbesitzern und Investoren vor. Doch es gibt (noch) rechtliche Hürden nach dem Baugesetzbuch, darüber hinaus auch weitere Schattenseiten: Im Gegensatz zu Tierhaltungsställen sowie Biogas- und Windenergieanlagen ist die Nutzung solarer Energie im Außenbereich bislang lediglich dann möglich, wenn die Anlagen auf oder an einem zulässigerweise genutzten Gebäude befestigt sind. Eigene PV-Freiflächenanlagen, die in der Regel auf mehreren Hektar Land aufgestellt werden, sind nur schwer zu genehmigen. Dazu ist zwingend eine zeitintensive Bauleitplanung vorgeschrieben. Dabei wäre eine rasche Umsetzung wünschenswert. Grund: Je nach Größe könnten bis zur mehrere Tausend Haushalte mit Strom versorgt werden.

Sorge um Nahrungsmittel

Und es gibt noch weitere Hindernisse: Zu befürchten sei, dass landwirtschaftliche Flächen über Jahrzehnte der Nahrungsmittelproduktion entzogen würden. Auch Naturschutz und Landschaftspflege könnten leiden. Und dann ist da auch noch der Strukturwandel in der Landwirtschaft, der viele Bauern und Bäuerinnen zweifeln lässt, ob Investitionen sich noch lohnen oder ob sie ihre Flächen nicht für die Solarenergiegewinnung hergeben. Doch die Verpachtung könnte auch auswärtige Investoren auf den Plan rufen – ungewollte Konkurrenz für die ortsansässigen bäuerlichen Familienbetriebe, die ebenfalls solche Pläne hegen, dafür aber Fläche zupachten müssten. Um PV-Anlagen generell zu ermöglichen, ungewollte Nebeneffekte jedoch zu vermeiden, will die Verwaltung nun ein Steuerungskonzept als Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung aufstellen. Zunächst geht es allein um den reinen Beschluss des Konzepts.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
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