Großenkneten - Das Rathaus der Gemeinde Großenkneten wird umgebaut und erweitert und erhält in diesem Zuge einen neuen Ratssaal. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat am Montagabend mit 27 Ja-Stimmen (CDU, SPD, Gruppe Grüne-KA-Lahrmann, AfD) gefasst. Die FDP stand somit am Ende alleine da. Sie wollte für einen bedarfsgerechten Umbau des Rathauses im Bestand eine zweite externe Expertise einholen.
Vorwurf widersprochen
Sven Wilke widersprach dem Vorwurf, die Liberalen würden den Beschäftigten der Gemeinde keine Wertschätzung entgegenbringen. Im Gegenteil: Die FDP sehe sehr wohl die hohen Anforderungen und den Arbeitsaufwand der Verwaltung in einem Rathaus mit zu wenig Räumen. Angesichts einer Investition von knapp fünf Millionen Euro müsse aber zunächst der Frage nachgegangen werden: Wie soll ein Rathaus der Zukunft aussehen? Können Arbeitsabläufe ausgelagert werden? Können durch die weitere Digitalisierung Büros eingespart werden? Wie kann das Dorfgemeinschaftshaus eingebunden werden? Der Ratssaal reiche in der Regel für die Ratsarbeit aus, so Wilke, vor allem in hybriden Sitzungen. So wie Kinder in hiesigen Kitas übergangsweise in Containern untergebracht und betreut würden, könne auch die Gemeindeverwaltung eine Zeit lang in Containerbüros arbeiten.
Vor einem Monat im Fachausschuss hatte die FDP mit 5:4-Stimmen noch eine Mehrheit für ihren Antrag gefunden. Das sah danach im Verwaltungsausschuss schon wieder anders aus. Vermutlich deshalb hatte sie im Rat versucht, den Grundsatzbeschluss in geheimer Abstimmung treffen zu lassen. Doch dabei sprang ihr nur die Gruppe Grüne-KA-Lahrmann zur Seite. Der Antrag fand zehn Ja-Stimmen bei 17-mal Nein und sechs Enthaltungen.
CDU: Ratssaal notwendig
Ralf Martens (CDU) betonte wie auch Kerstin Johannes (SPD), dass es zunächst um einen Grundsatzbeschluss geht. Beide sprachen der Gemeindeverwaltung ihr Vertrauen aus und folgten deren Antrag, dass das Rathaus erweitert werden müsse. Johannes fand es vermessen, der Verwaltung vorschreiben zu wollen, wie sie sich organisiert. Wenn die Planer mit ihren Arbeiten beginnen, werde die Politik einbezogen. Für die CDU steht außer Frage, so Martens, dass die Gemeinde einen Ratssaal benötigt. Wenn aus dem jetzigen Ratssaal Büros würden, werde ein neuer Ratssaal erforderlich. Ein Ratssaal könne auch für andere Veranstaltungen genutzt werden.
Auch die AfD hielt eine Sanierung und einen Umbau des Rathauses für erforderlich. Harm Rykena lehnte es ab, die Ratssitzungen dauerhaft in einem Gasthaus abzuhalten. Ein größerer Ratssaal sei daher notwendig.
Auch die Gruppe Grüne-KA-Lahrmann vertrat die Ansicht, dass das Rathaus in Großenkneten zu klein geworden ist. Die Gruppe könne aber mit beiden Anträgen leben, erklärte Uwe Behrens (KA).
Auch der FDP-Antrag könne dazu führen, dass ein neuer Ratssaal gebaut wird. Am Ende gehe es allen um die beste Lösung.
