Gemeinde Hatten - Gedämpftes Licht, Computermonitore, digitale Funksprechgeräte: Im Innern des umgebauten Mercedes Sprinter, der seit diesem Monat als neuer Einsatzleitwagen der Freiwilligen Feuerwehr Hatten dient, ist schon auf den ersten Blick der hohe technologische Stand zu erahnen. „Er wird die Arbeit unserer Einsatzleiter drastisch erleichtern“, sagt Gemeindebrandmeister Stefan Heinke.
Blick zurück: Vor drei Jahren begann eine kleine Gruppe von Feuerwehrleuten damit, ein Konzept für einen Einsatzleitwagen (ELW) in der Gemeinde Hatten zu entwickeln. Daraus entstanden ist die Beschaffung eines komplett neuen Fahrzeuges für die vier Ortswehren Dingstede, Kirchhatten, Sandhatten und Sandkrug. 150 000 Euro hatte die Gemeinde dafür im Haushalt bereitgestellt.
Hilfe für die Helfer
Ein Einsatzleitwagen, kurz ELW, ist ein Fahrzeug, welches komplett auf die Leitung und Koordination größerer Einsätze, z.B. Großbrände oder Suchaktionen, ausgelegt ist. Bisher musste der Einsatzleiter nicht nur blitzschnell lebenswichtige Entscheidungen treffen, er musste auch den gesamten Überblick über die Einsatzstelle haben – bei Lagen mit vielen Feuerwehren, mehreren Rettungsdienstfahrzeugen und weiterem Personal, z.B. einer Drohnen- oder Hundestaffel, gar nicht so einfach. Der ELW bereitet die wesentlichen Informationen vor, erstellt Lagekarten, empfängt Funksprüche und dokumentiert das Einsatzgeschehen.
In der mobilen Leitstelle ist jederzeit ersichtlich, welches Fahrzeug sich wo befindet, welche Kräfte noch auf der Anfahrt sind und wer welche Aufgabe hat. Darüber hinaus steht dem Einsatzleiter eine enorme Wissensdatenbank zur Verfügung, welche bereits vor Monaten durch die ELW-Gruppe erstellt wurde. „Das entlastet den Einsatzleiter enorm und schafft ihm Zeit für seine eigentlichen Aufgaben – Entscheiden und Einschätzen“, so Tom Kramer. Kramer ist nicht nur Feuerwehrsprecher, sondern auch Fachmann für die Software-Lösungen des ELW.
Herzstück ist Funkraum
Etwa 16 Kameraden aus allen vier Ortswehren sind in der ELW-Gruppe vertreten. Sie haben die gesamten Einsatzpläne von Betrieben und Firmen in der Gemeinde Hatten digitalisiert und eingepflegt. Als Grundgerüst für das Fahrzeug, das in Sandkrug stationiert ist, dient ein Mercedes Sprinter aus dem Baujahr 2020 mit 163 PS, welcher von der Firma BOS aus Haren umgebaut wurde. Das Herzstück des ca. 7,5 Meter langen Fahrzeuges ist der Funkraum. Hier stehen auch die zwei Computer, auf denen die Einsatzleitsoftware läuft. Über diese werden sämtliche Einsätze dokumentiert und aufgearbeitet.
Im vorderen Teil des Fahrzeuges ist zusätzlich Platz für einen Besprechungsraum mit bis zu vier Personen. So soll es dem Einsatzleiter und seinem Führungspersonal möglich sein, in relativer Ruhe Besprechungen zu führen und Informationen auszutauschen. Aus dem Heck kann ein Lichtmast ausgefahren werden, der eine wichtige Zweitfunktion hat: Er dient auch als Antenne und verbessert gerade in Waldgebieten die Reichweite der Funkgeräte.
