Kirchhatten/Sandkrug - Schicke Bänke, moderne Technik und ein Brunnen: Der neue Rathausvorplatz zieht automatisch die Blicke der Passanten auf sich. Erst auf den zweiten Blick fällt das alte Wappen der Gemeinde auf, das seit ein paar Tagen über den Eingang ins Rathaus hängt.
Wie alt ist es und wer hat das aus hunderten Mosaiksteinchen aufgebaute repräsentative Exemplar erstellt? Das ist eine Frage, die auch im Rathaus nicht beantwortet werden kann. Die NWZ hat versucht, den Weg zurückzuverfolgen. Hier das vorläufige Ergebnis.
1976 im Hallenbad
Wir schreiben das Jahr 1976, im Dezember: Das Hallenbad in Sandkrug ist gerade erst an der Schultredde eröffnet worden. Damals hängt das Wappen schon in der Schwimmhalle mit dem Lehrschwimmbecken. Da ist sich Marianne Wentzel, damals zuständig in der Gemeindeverwaltung für das Bad, ganz sicher. Wer es erstellt hat, weiß sie leider nicht, und der damalige Architekt, Hinrich de Witt, lebt nicht mehr. Vielleicht weiß ja jemand der NWZ-Leser Näheres?
Sprung ins Jahr 2014: Die Sanierungsarbeiten am mittlerweile in die Jahre gekommenen Hallenbad stehen bevor. Thorsten Arians, heute Mitarbeiter der Hatten Freizeit GmbH, bringt das Wappen lieber in Sicherheit. „Das landet doch auf dem Müll, wenn es jetzt hängen bleibt“, habe er damals gedacht, erzählt er. Arians nimmt das Wappen mit nach Kirchhatten, dort liegt es sicher verpackt, die nächsten Jahre im Keller des Freizeitzentrums.
Als die Gemeinde 2020 die Bewirtschaftung des Freibads von der Garms Freizeit GbR übernimmt, wird das Wappen Bürgermeister Christian Pundt gezeigt und übergeben. Wenige Tage vor Eröffnung des neu gestalteten Rathausplatzes bekommt es einen besonders prominenten Platz, direkt über der Schiebetür des Haupteingangs.
Flagge kommt zurück
Für Karl-Heinz Wesemann, der auf Youtube einen Film über die Platzeinweihung veröffentlicht hat, ist die Geschichte damit noch nicht zu Ende. Der Sandhatter erinnert sich daran, dass er selber noch im Besitz einer offiziellen Hatten-Flagge mit dem alten Wappen der Gemeinde ist. Lange muss er zuhause nicht suchen. Er entdeckt sie in einer Tasche, in der er vor einigen Jahren mal mehrere Flaggen verstaut hat. „Ich hatte damals einen Fahnenmast bekommen und habe deswegen eine Zeit lang welche gesammelt.“
Erhalten hat er die Flagge, daran kann sich der Sandhatter noch gut erinnern, über die Raiffeisenwaren-Genossenschaft Kirchhatten. „Die wurde dort damals im Lager zum Abdecken von Waren benutzt, hat man mir erzählt.“ Wesemann hat sie nun nach einem letzten Erinnerungsfoto im Rathaus abgegeben.
