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Ganderkeseer SPD informiert sich bei Wildeshauser Experten Was in das Gemeindeentwicklungskonzept gehören sollte

Blick über Ganderkesee, im Vordergrund das Dach des Rathauses: Für die Gemeinde soll das „Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept“ einmal Maßstab des Handelns werden.

Blick über Ganderkesee, im Vordergrund das Dach des Rathauses: Für die Gemeinde soll das „Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept“ einmal Maßstab des Handelns werden.

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Ganderkesee - Das „Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept Ganderkesee“ (IGG) soll Rat und Verwaltung einmal als Handlungsanleitung für die künftige Ausgestaltung von Themen wie Wohnen, Verkehr, Leben, Arbeit und vielen weiteren Aspekten dienen, die das Dasein der Bürgerinnen und Bürger betreffen. Viele Bereiche, darunter auch Klimaschutz, Bebauung, Mobilität und Gewerbe, Gesundheitsvorsorge, ferner Kultur, Freizeit und Tourismus, sollen bei dem Ziel, Ganderkesee als lebenswerte Gemeinde weiterzuentwickeln, im Konzept berücksichtigt werden.

SPD informiert

Dass ein IGG als großer Handlungs- und Orientierungsrahmen aufgestellt werden soll, hat der Rat im Juli 2022 beschlossen. Derzeit laufen die vorbereitenden Maßnahmen. Um sich und Interessierten einen ersten Überblick von Potenzial des Vorhabens zu verschaffen, hat die Ganderkeseer SPD jetzt zu einer öffentlichen Fraktionssitzung mit einem externen Experten eingeladen: Stephan Diekmann, Fraktionschef der SPD in Wildeshausen. Die Kreisstadt hat nämlich bereits 2018 ein ähnliches Projekt durchgeführt. Dort heißt es „Städtebauliches Entwicklungskonzept Wildeshausen 2030“.

Großes Vorhaben

Ein gemeinsames Entwicklungskonzept für die gesamte Kommune zu erstellen, das ist schon in Städten nicht einfach. In einer Gemeinde wie Ganderkesee mit 25 strukturell unterschiedlichen Bauerschaften ist das bislang gar nicht erst versucht worden. Bei der regen Diskussionsbeteiligung der Gäste der SPD-Veranstaltung, darunter fast alle Vorsitzenden der Orts- und Heimatvereine, wie SPD-Fraktionschef Ulf Moritz berichtet, seien Bedenken geäußert worden, dass in ein Planungsbüro sich möglicherweise in Ganderkesee nicht auskenne. Diese Sorge konnte Diekmann nach Wildeshauser Erfahrungen zerstreuen.

Die Ratschläge des Referenten Diekmann fasste Moritz wie folgt zusammen: Es gehe im Wesentlichen um die „globale“ Verortung von baulichen Entwicklungsmaßnahmen innerhalb der Gemeinde, etwa Wohnen, Gewerbe, Industrie und Naherholung. Gesteckte Ziele könnten im Laufe der Zeit auch erweitert bzw. aufgegeben werden. Aufgezeigte Themenfelder sollten auf jeden Fall auch bearbeitet werden. Und es müsse eine breite politische Mehrheit hinter den Zielen stehen.

Dichtemodell vorgestellt

Als wesentliche Ergänzung stellte Diekmann das „Dichtemodell“ in Wildeshausen vor. In alten Siedlungsgebieten ließen gültige Bebauungspläne Gebäude zu, die heute nicht mehr zum Charakter der Umgebung passten. Bei Bauanträgen musste der Landkreis diese aber genehmigen, weil die Rechtslage diese Bauten zuließ. Dies sei per „Dichtemodell“ für die Zukunft verhindert worden. Der Vorteil: Ein festes Planinstrument für die Verwaltung bei Bauvoranfragen, das auch Investoren aufzeigt, was geht – und was nicht. Auch gebe es im Rat keine endlosen Diskussionen mehr.

Aus dem Wildeshauser Konzept könne Ganderkesee folgende Lehren für die Aufstellung seines IGG ziehen: Setzen auf eine breite Bürgerbeteiligung, die auch durch Regionalisierung geschaffen werden kann. Weiter scheine es empfehlenswert, den Prozess in zwei Phasen aufzuteilen. Eine erste, um die Ziele, das Leitbild zu definieren: viel oder wenig Gewerbe, viel oder wenig Wohnungsbau, viel oder wenig Kultur usw.. In der zweiten Phase solle ein Planungsbüro beauftragt werden, um die definierten Ziele mit großer Bürgerbeteiligung umzusetzen.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
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