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Gemeinderat Colnrade Wie Straßen erhalten werden können

Was tun, wenn Straßen sanierungsbedürftig sind? Darüber informierte sich der Rat der Gemeinde Colnrade. (Symbolbild)

Was tun, wenn Straßen sanierungsbedürftig sind? Darüber informierte sich der Rat der Gemeinde Colnrade. (Symbolbild)

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Colnrade - 45 gewidmete Straßen gibt es in der Gemeinde Colnrade, dazu kommen Nebenstraßen wie Schotterwege: Mit dieser Zahl verdeutlichte Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann in der Ratssitzung am Mittwochabend im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus, wie viel Arbeit die Gemeinde damit hat, „um alle in einem guten Zustand zu halten“. Sie lobte die diesbezüglich gute Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Samtgemeinde Harpstedt sowie dem Wegezweckverband Syke (WZV).

Um einen besseren Einblick in die Möglichkeiten zu bekommen, war Torsten Bachmann, stellvertretender Geschäftsführer des WZV, eingeladen. Zu den Aufgaben des kommunalen Ingenieurbüros zählen unter anderem der Straßen(neu)bau und die Erschließung neuer Baugebiete. Die „bauliche Erhaltung von Verkehrsflächenbefestigungen“ umfasse drei Säulen: Instandhaltung, -setzung und Erneuerung.

Tagesaktuelle Kosten

Auf die drei Punkte ging Bachmann näher ein. Bei der Instandhaltung handele es sich um kleinflächige Flickarbeiten (ein bis zwei Quadratmeter) oder das Vergießen von Rissen in der Straße. Die Instandsetzung erfolge zum Beispiel durch größere Oberflächenbehandlungen (OB), bei denen bitumenhaltiges Bindemittel aufgespritzt werde, oder auch durch „dünne Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise“ (DSK): Dabei wird eine ein bis zwei Zentimeter dicke Schicht aufgetragen.

Wenn das gut gemacht wird, könne man davon ausgehen, dass an der Straße für die nächsten 20 Jahre nichts mehr gemacht werden muss, so Bachmann. Außerdem entstehe durch die Maßnahmen nur eine geringe Verkehrsbehinderung, 20 Minuten nach Abschluss der Arbeiten könne die Straße bereits wieder freigegeben werden. Zudem sei das Material gut für die Umwelt: Es kann recycelt werden.

Wenn aber tiefe Fahrrinnen mit Rissen oder Löchern vorhanden sind, müsse ein größerer Überbau vorgenommen werden. So sei es beispielsweise bei der Straße Hasenbusch in der Gemeinde Prinzhöfte geschehen.

Die Möglichkeiten variieren natürlich preislich. Bachmann nannte Kosten, betonte jedoch, dass diese bereits wieder veraltet seien: 15 Euro pro Quadratmeter für eine OB, 22,50 für eine DSK, 85 für einen Überbau.

Zurzeit stiegen diese jedoch stetig, sodass mit tagesaktuellen Preisen gerechnet werde, sagte er.

Konzept erstellen

Als Idee für die Gemeinde Colnrade schlug Bachmann vor, ein Straßenunterhaltungskonzept zu erstellen, in dem Straßenschäden dargestellt werden, Kostenschätzungen sowie einer zeitlich gestaffelten Prioritätenliste, die auf die Haushaltsansätze abgestimmt werde. Je nach Aufwand und Umfang könnte die Erstellung eines solchen Konzepts zwischen 3000 und 6000 Euro kosten, schätzte er.

Da derzeit keine Fördergelder für ländlichen Wegebau gebe, kam aus den Reihen der anwesenden Einwohner der Vorschlag, diese mithilfe von Flurbereinigungen zu generieren. „Ein probates Mittel“, befand auch Bachmann.

Wie die Gemeinde nun weiter vorgeht, bleibt abzuwarten. Dass das Thema generell in der Samtgemeinde von Interesse ist, zeigte sich durch die Anwesenheit der Bürgermeister Heiner Thöle (Gemeinde Beckeln), Bert Mahlstedt (Winkelsett) sowie Torsten Pleus als Vertreter für Groß Ippeners Bürgermeister Stefan Pleus.

Jana Budde
Jana Budde Redaktion Wildeshausen
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