Ganderkesee - Zum niedersachsenweiten Spitzenreiter in puncto Generationenfreundlichkeit hatte eine Vertreterin des Landesseniorenrats kürzlich die Gemeinde Ganderkesee erklärt, als in der Mensa des Schulzentrums 88 Geschäfte und Unternehmen das Zertifikat „Ausgezeichnet generationenfreundlich“ verliehen bekamen. Sie alle sind jetzt in einer interaktiven Karte gebündelt, die auf der Gemeinde-Homepage zu finden ist.
„Wer Barrieren beim Einkaufen aus dem Weg gehen will oder muss, kann jetzt seine Tour vorab am Smartphone, Tablet oder PC planen. Das erspart sicher manche Enttäuschung und trägt zum Einkaufserlebnis positiv bei“, sagt Ganderkesees Wirtschaftsförderin Christa Linnemann über den neuen Service. Zusammen mit Bürgermeister Ralf Wessel, Jürgen Lüdtke, Vorsitzender des Seniorenbeirats Ganderkesee, nahm sie die Karte jetzt im Rathaus in Augenschein.
150 Betriebe überprüft
In mehr als 250 Arbeitsstunden haben speziell dafür ausgebildete Mitglieder des Ganderkeseer Seniorenbeirats seit 2018 rund 150 Ladenlokale und Firmen mit Ausstellungsflächen einem umfangreichen Check unterzogen. Überprüft wurden sieben Kategorien: Erreichbarkeit, Mitarbeiter- und Servicequalität, Zugang, Ladengestaltung, Sortimentsgestaltung, Service und Kasse. Zu den Kriterien gehörten beispielsweise breite Gänge, rutscharme Böden, problemlos lesbare Hinweis- und Preisschilder sowie ausreichend helle Beleuchtung und freundliches, hilfsbereites Personal.
Die Zertifizierung für generationenfreundliches Einkaufen hat der örtliche Seniorenbeirat in Kooperation mit dem Landesseniorenrat Niedersachsen und mit Unterstützung der Gemeinde Ganderkesee vorgenommen. Wer den Check erfolgreich gemeistert hat, hat nicht nur ein entsprechendes Zertifikat als Nachweis erhalten, sondern auch ein orangefarbenes Signet mit einem weißen kombinierten Einkaufs- und Kinderwagen als Aufkleber. Mit diesem dürfen die Betriebe – etwa an ihren Eingangstüren – für sich werben.
„Kraftakt“
„Die Ehrenamtlichen vom Seniorenbeirat haben unglaublich viel Zeit und Engagement in die Checks investiert“, lobte Bürgermeister Wessel. „Das war schon ein außergewöhnlicher Kraftakt.“ Daher habe die Verwaltung das Projekt gerne unterstützt. „Da war noch einmal Fleißarbeit gefragt“, berichtete Christa Linnemann von der Umsetzung. Ihre Kollegin Natascha Wittauer habe die 88 Geschäfte mit den entsprechenden Daten in die Karte eingepflegt.
Jürgen Lüdtke, gerade von einem Besuch aus dem niedersächsischen Sozialministerium zurück, dankte für die Unterstützung durch die Verwaltung. „Unser Projekt hat sich inzwischen bis nach Hannover herumgesprochen und ist dort gut bekannt“, verkündete er. Nach der offiziellen Verleihung der Zertifikate im Juli hätten noch weitere Betriebe Interesse angemeldet, so der Seniorenbeirats-Chef weiter. „Da werden sicher bald noch weitere Zertifikate verteilt.“
Auch künftig soll der Fokus auf dem Einzelhandel und Betrieben mit Ausstellungsflächen liegen. Auskünfte erteilt Lüdtke unter Telefon 04221/ 9242904 oder per E-Mail (juergen.luedtke@gmx.net).
