Ganderkesee/Hude - Deutschland hat sich auf den Weg zur Energiewende gemacht: Wenn am Samstag, 15. April, mit der Abschaltung der letzten drei Meiler der endgültige Ausstieg aus der Atomkraft erfolgt, und bald auch die Zeit der Verstromung fossiler Brennstoffe in Großkraftwerken endet, muss immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Doch wo sollen sie stehen, die vielen Anlagen zur Erzeugung von Strom etwa aus Windkraft oder Sonnenenergie?
Ganz am Anfang
In den Gemeinden Ganderkesee und Hude steht das Projekt eines interkommunalen Windparks im Hohenbökener Moor derzeit ganz am Anfang. Noch gibt es nicht einmal einen Aufstellungsbeschluss zum Start der Bauleitplanung.
Der Info-Markt des Windparkbauers wpd findet am Mittwoch, 31. Mai, in der Zeit von 17 bis 21 Uhr im Vielstedter Bauernhaus, Am Bauernhaus 1, in Hude-Vielstedt statt.
An mehreren Ständen will wpd dann zu unterschiedlichen Aspekten des geplanten Vorhabens informieren und das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Verbänden suchen.
Dass es zu dem Vorhaben bereits jetzt aus den Reihen der Bürger, aber auch vonseiten der Politik, neben vielen Fragen auch viel Kritik gibt, haben die Projektbeteiligten der Vorhabenträgerin wpd bei der Vorstellung ihrer Pläne in den jeweiligen Gemeindeentwicklungsausschüssen beider Kommunen erfahren. In Ganderkesee waren sie dem Vorwurf mangelnder Transparenz ausgesetzt, nachdem das Projekt zunächst im Huder Ausschuss bekannt geworden war. In Ganderkesee war das Thema zuvor nur in nicht öffentlichen Kreisen behandelt worden. Teile der Politik fühlten sich daraufhin düpiert.
Geordneter Prozess
„Wir haben keine Verhandlungen im Hinterzimmer geführt“, wehrte sich wpd-Geschäftsführer Rami Ramadan im Gespräch mit dieser Zeitung gegen derartige Vorwürfe und sprach von einem geordneten Prozess, bei dem zunächst die Verwaltungen und dann die Grundstückseigentümer über die Ideen des Unternehmens informiert worden seien. Man habe Schritt für Schritt die wichtigsten Akteure mitnehmen wollen, betonte er die Absicht dahinter. Das Unternehmen stehe zudem zu seiner Aussage, in dem Vorhaben für Öffentlichkeit und Transparenz zu sorgen.
„Kein Frontalvortrag“
Unter Beweis stellen will wpd das zeitnah mit einer Infoveranstaltung im Vielstedter Bauernhaus (Am Bauernhaus 1 in Hude-Vielstedt). In dem Gasthof sollen zahlreiche Experten über die Details informieren. Erwartet würden mehrere Hundert Interessierte, ein genauer Termin befinde sich noch in der Abstimmung, so der wpd-Geschäftsführer.
Ramadan: „Wir machen bewusst keinen Frontalvortrag, sondern bieten einen mehrstündigen Informationsmarkt. An vielen Ständen informieren wir an diesem Tag zu unterschiedlichen Aspekten und suchen dabei ausdrücklich das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Verbänden.“
Neben den wpd-Mitarbeitern sollen auch Experten der NWP Planungsgesellschaft aus Oldenburg und des Umweltgutachters ARSU Rede und Antwort stehen. Auch die Sorge vieler vor einem „Auslaufen“ des Moores durch Gründungsfundamente für die bis zu 13 Anlagen mit einer Höhe von 250 Metern werde Thema sein. „Dazu habe wir eigens einen Bodengutachter eingeladen“, sagte Ramadan.
