Wildeshausen - „Alles im Fluss“, sagt City-Manager Ralf Möllmann über die Entwicklung der Wildeshauser Innenstadt: Umgezogen ist das Tattoostudio „Peerless“, das zuvor in der Gildepassage an der Huntestraße war. Inhaber Marvin Füßmann hat es im Oktober vergangenen Jahres eröffnet. „Das kleine Studio war optimal zum Anfang“, sagt der 29-Jährige, der zuvor in Oldenburg gearbeitet hat.
Viele seiner Kunden von dort seien weiter zu ihm gekommen, generell sei es sehr gut angenommen worden. So gut, dass er sich jetzt vergrößern wollte: In dem neuen Studio an der Wilhelmshöhe 2 stehen statt 42 jetzt 150 Quadratmeter zur Verfügung. Dadurch hat er die Möglichkeit, zwei Arbeitsplätze einzurichten, und wird nun auch Piercings anbieten. Unterstützt wird er von seinem neuen Shop-Manager Lukas Flatken, der sich im kommenden Jahr ebenfalls zum Tätowierer ausbilden lassen will. Ab Sommer nächsten Jahres soll zudem auch Permanent Make-up angeboten werden.
Wollscheune geschlossen
In den nächsten Tagen verpassen die beiden den neuen Räumlichkeiten den letzten Feinschliff. Gefeiert wird die Neueröffnung am Freitag, 11. August, ab 16 Uhr mit Bierwagen, Cocktails mit und ohne Alkohol (ab 18 Uhr) sowie einem Gewinnspiel – Hauptgewinn ist eine ganztägige Tattoositzung.
Schräg gegenüber entsteht derzeit ebenfalls ein neues Geschäft: An der Wilhelmshöhe 5, wo vorher die inzwischen geschlossene „Wollscheune“ war, will Marvin Mammen Henner am 1. September „Mammen IT“ eröffnen. Seit 2020 habe der 25-jährige Wildeshauser ein Nebengewerbe gehabt, „jetzt habe ich genügend Eigenkapital, um mir meinen Traum zu erfüllen“. Helfen werde ihm dabei wohl sein Kundenstamm, den er sich über die Jahre bereits aufgebaut hat.
Überschaubarer Leerstand
Bereitet alles für seine Neueröffnung vor: Marvin Mammen Henner macht sich mit „Mammen IT“ an der Wilhelmshöhe in Wildeshausen selbstständig. Foto: Jana Budde
Anbieten wird er unter anderem Dienstleistungen rund um IT, wie Soft- und Hardware-Reparatur, Web- und Mediendesign, Imagefilme, Passbilder werden vor Ort gemacht, auch ein Hermes-Shop soll integriert werden. Unterstützen wird ihn seine Frau in der Buchhaltung, sagt Henner.
Mit dem Umzug von „Peerless“ entsteht an der Huntestraße ein neuer Leerstand. Damit erhöht sich deren Zahl dort auf fünf, wobei nur zwei „reale“ Leerstände seien, erklärt Möllmann, neben City-Manager auch Wirtschaftsförderer bei der Stadt Wildeshausen. Zwei leerstehende Räume seien noch vermietet, darunter der der kürzlich geschlossenen Reinigung, in einem gebe es noch Probleme mit dem Bauantrag. An der Westerstraße stehe aktuell ein Geschäft leer, ein weiteres komme im Oktober hinzu, wenn „Lichthaus“ umzieht. Über diese Räume habe er aber bereits mit Investoren gesprochen, sagt Möllmann. Generell würde die Westerstraße besser angenommen werden.
Regionaler Zusammenhalt
Aber auch die Situation an der Huntestraße sei „nicht schlimm“, die Stadt bleibe „dran“ und zudem biete die bevorstehende Entwicklung des Geländes der Lohgerberei durch Investor Rolf Hilchner neue Möglichkeiten. So könne der Quartiergedanke neu gedacht werden, sofern die Stadt Einfluss nehmen kann. Das wünscht sich der City-Manager, denn es sei ein gutes Projekt und gemeinsam mit Inhabern und Gewerbetreibenden könne gemeinsam etwas Schönes geschaffen werden.
Der große Vorteil in Wildeshausen sei ohnehin der regionale Zusammenhalt und „dass ich 80 Prozent der Leute kenne“, denn die meisten Eigentümer seien hier vor Ort. „Wenn die irgendwo in der Welt sitzen, wird das schwieriger.“
