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Gewerbeentwicklung in Ganderkesee Zahl der Beschäftigten trotz Krise gestiegen

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Gemeinde Ganderkesee ist 2022 gestiegen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Gemeinde Ganderkesee ist 2022 gestiegen.

Gemeinde Ganderkesee / Christa Linnemann

Ganderkesee - Trotz der vielfältigen Krisen hat sich die Beschäftigungssituation in der Gemeinde Ganderkesee 2022 positiv entwickelt. Wie Christa Linnemann, Wirtschaftsförderin der Gemeinde, mitteilt, waren am Stichtag 30. Juni 2022 nach den kürzlich veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit 9323 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Ganderkeseer Unternehmen tätig. Das entspricht einem Plus von zwei Prozent gegenüber 2021 und setzt den Trend der vergangenen Jahre fort.

Mehr Betriebe

„Ein Grund hierfür dürfte neben der insgesamt soliden Entwicklung der lokalen Wirtschaft die Zunahme der Betriebe am Standort sein“, verweist Linnemann auf eine erfolgreiche Ansiedlungspolitik. So sei die Zahl der Arbeitgeber um 2,3 Prozent innerhalb eines Jahres gestiegen.

Ein gutes Drittel der vor Ort Beschäftigten wohnt demnach in der Gemeinde, zwei Drittel pendeln ein. Im Gegenzug gehen 10 373 Ganderkeseer und Ganderkeseerinnen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung außerhalb der Gemeinde nach. Insgesamt standen 13 560 Einwohner am Stichtag in Lohn und Brot.

Diese positive Entwicklung spiegelt sich laut Mitteilung der Gemeinde auch in der Arbeitslosenstatistik wider. So ist die Arbeitslosenquote das zweite Jahr in Folge gesunken und betrug nach den Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit 2022 durchschnittlich 3,5 Prozent (2021: 3,8 Prozent, 2020: 4,0 Prozent). Damit lag sie deutlich unter dem Landesdurchschnitt: 5,3 Prozent.

„Der Anteil der Langzeitarbeitslosen liegt sogar um vier Prozentpunkte niedriger als die Quote in Niedersachsen und ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls gesunken“, macht Linnemann auf einen weiteren Aspekt aufmerksam. Als langzeitarbeitslos gelten Personen, die ein Jahr oder länger ohne Arbeit sind.

Vom Tierfuttergeschäft bis zum Candybar-Verleih

Die meisten Gewerbeanmeldungen gab es im Jahr 2022 in Ganderkesee im Bereich der Dienstleistungen. Aber auch im Handels- und Gastronomiebereich haben sich einige Neuerungen ergeben. Die Einzelhandelslandschaft erweitert haben etwa „Das Futter-Stübchen“ an der Bergedorfer Straße, die dritte Filiale der Horstmann-Modegeschäfte im Ganderkeseer Ortskern oder Wachtendorfs Hofladen in Immer. Zu den gastgewerblichen Anmeldungen wiederum zählten das Hotel Hoyerswege, das griechische Restaurant Ionio an der Mühlenstraße und die Übernahme des Eiscafés La Gondola am Markt.

Auch außergewöhnliche Angebote sind unter den Neuanmeldungen. So seien neben den „sichtbaren Veränderungen in der Unternehmenslandschaft“ auch einige, „die nur bei konkretem Interesse an einem Angebot gesucht und hoffentlich auch gefunden werden“, schildert die Wirtschaftsförderin mit Blick auf ihre Auswertungen der Gewerbedatenbank. Eingegangen seien etwa Anmeldungen für einen Candybar-Verleih, für Klangtherapie und -pädagogik, für die Organisation von Golfveranstaltungen sowie die eines Videografen und Drohnenpiloten.

Im vergangenen Jahr wurden bei der Gemeinde 223 Gewerbebetriebe angemeldet, was dem Niveau der Vorjahre entspricht. Von diesen entfielen 91 auf das Haupt- und 132 auf das Nebengewerbe. Dem stehen bislang 117 Abmeldungen gegenüber. „Erfahrungsgemäß kommen in den ersten Wochen des neuen Jahres aber noch einige hinzu“, weist die Wirtschaftsförderin auf rückwirkende Meldungen hin.

Viele junge Gründer

34 Prozent der Gewerbeanmeldungen wurden im vergangenen Jahr von Frauen getätigt. „Damit setzt sich die Steigerung des vorletzten Jahres fort, ein richtiger Trend zeichnet sich aber leider noch nicht ab“, kommentiert Linnemann die Entwicklung. Auch konzentriere sich das unternehmerische Handeln der Frauen auf nebengewerbliche Gründungen. Hier habe ihr Anteil 43 Prozent betragen, wohingegen er sich beim Hauptgewerbe auf nur 23 Prozent belaufen habe.

Gerade einmal 18 Jahren alt waren die beiden jüngsten Gründer. „Insgesamt ist eine zunehmende Verjüngung unter den neuen Gewerbetreibenden festzustellen“, hebt Linnemann ein Ergebnis ihrer Auswertungen hervor. So sei der Anteil der unter 30-Jährigen auf mittlerweile 27,5 Prozent angestiegen und habe damit den höchsten Wert der letzten zehn Jahre erreicht. Von 2017 bis 2019 habe die Quote sogar unter 20 Prozent gelegen.

Dass ein höheres Alter kein Hinderungsgrund für eine gewerbliche Betätigung darstellt, bewiesen fünf Personen im Alter ab 70 Jahren. Die Älteste unter ihnen gab ihr Geburtsjahr in der Gewerbemeldung mit 1942 an.

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