Ganderkesee - Ein ideales Messegelände, ein vielfältiges Aussteller-Angebot, gutes Wetter, dazu noch Parken, Eintritt und Kinderprogramm frei – all das hat am Wochenende die Lust auf den Besuch der Gewerbeschau Ganderkesee geweckt. Die erste Veranstaltung dieser Art nach vier Jahren, seit 2019 hatte sie auch wegen der Corona-Pandemie pausiert, lief zur Freude der Veranstalterin Gantermarkt so gut, dass bereits über einen jährlichen Turnus nachgedacht wird. Denn Tausende erschienen.
Doch der enorme Besucher–Ansturm bot auch eine Schattenseite: Zwar hatte sich das Organisationsteam um Manfred Neugebauer und seine Frau Susanne Hesse-Neugebauer (Suma-Prosound) gut vorbereitet, mit dem kurzzeitigen Verkehrschaos am Sonntag, ausgelöst durch die Rücksichtslosigkeit vieler Anreisender, hatten sie jedoch nicht gerechnet.
Die Wildparker sind los
Sämtliche Halteverbotszonen an der zum Flugplatz führenden Otto-Lilienthal-Straße wurden missachtet. Gantermarkt-Chef Timo Vetter sprach vom „Herden–Effekt“: „Einer parkt falsch, andere machen das ebenso“, bedauerte er am Montagmittag. Durch dieses Wildparken sei es zum Stau gekommen, weil an- und abfließender Verkehr nicht mehr aneinander vorbeikamen. „Das haben wir seit 1995 nicht erlebt“, zeigte sich die erfahrene Messe-Macherin Hesse-Neugebauer enttäuscht von der Dreistigkeit vieler Autofahrer. Erstmalig in der Geschichte der Schau sei es zu einer so groben Missachtung sämtlicher Verkehrsbeschilderungen gekommen.
Und dies, obwohl es während der gesamten Ausstellungszeit sowohl auf dem 300 Parkplätze bietenden Flugplatzgelände, wie auch auf der direkt daran anliegenden, 2,5 Hektar großen, extra befestigten Rasenparkfläche immer genügend freie Stellflächen gegeben habe.
Es herrscht Ratlosigkeit
„Was soll man noch machen?“, fragte Manfred Neugebauer und betonte, dass die Organisatoren über die verkehrsbehördlichen Anordnungen mit Tempolimit-Beschilderung und von der Einmündung zur Straße Am Hexenberg geltendem absolutem Halteverbot im Anfahrtsbereich selbst auch noch diverse großformatige Hinweisschilder auf den kostenlosen Parkraum aufgestellt hatten.
„Parkplatz, bitte ganz durchfahren“, steht in riesigen Lettern auf den Schildern, die die Organisatoren der Ganderkeseer Gewerbeschau, Susanne Hesse-Neugebauer und Manfred Neugebauer, an der Otto-Lilienthal-Straße aufstellen ließen. Genutzt hat das am Sonntag nichts. Es kam kurzzeitig zum Verkehrschaos. Bild: Thorsten Konkel
Das alles nützte offenbar nichts: Zwischen 15 und 16 Uhr waren die Wildparker schuld am Verkehrschaos, das erst von der Polizei mithilfe vieler Messe-Helfer gelöst werden konnte. „Wir haben die Polizei gerufen, die hat den Sachverhalt aufgenommen und den Verkehr geregelt“, sagt Neugebauer.
Geholfen hätten dabei erst nach Anweisung der Polizei Anlieger des Flugplatzes und Mitglieder des Organisationsteams. Mit einer kurzzeitigen Einbahnregelung sowie der Abführung des abfließenden Verkehrs über Thienfelde habe sich die Lage rasch entspannt. „Über Thienfelde hätte der Verkehr sowieso in alle Richtungen vom Platz abfließen können“, machte Neugebauer am Montag deutlich.
Warum „Knöllchen“ oder das Abschleppen der Falschparker die Situation nicht entschärft hätte, erläuterte Timo Vetter: „Das hätte den Verkehrsfluss auch nicht so schnell wiederhergestellt.“ Und man habe die Besucher auch nicht verärgern wollen. Vetter: „Wenn der erste Abschleppwagen erschienen wäre, dann hätte es das Ende der Gewerbeschau bedeutet.“ Für den Gantermarkt-Vorsitzenden könnte es bei der nächsten Gewerbeschau eine Lösung geben. „Vielleicht sollte man die Otto-Lilienthal-Straße in Richtung Flugplatz so lange zur Einbahnstraße machen.“
