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„Goldenes Buch“ der Stadt Wildeshausen Bürgermeister schwelgt beim Durchblättern in Erinnerungen

Blättert im „Goldenen Buch“ der Stadt Wildeshausen: Bürgermeister Jens Kuraschinski

Blättert im „Goldenen Buch“ der Stadt Wildeshausen: Bürgermeister Jens Kuraschinski

Gloria Balthazaar

Wildeshausen - Der neueste Eintrag ins „Goldene Buch“ der Stadt Wildeshausen stammt von Christian Dürr, FDP-Fraktionschef im Bundestag. Der Ehrengast des Schaffermahls am 15. März 2023 im Rathaussaal musste nicht weit blättern, um die Seite für seine Zeilen zu finden – er war die 22. Person, die sich eintragen durfte. „Das ,Goldene Buch’ gibt es erst seit 14 Jahren, daher sind noch nicht so viele Namen darin zu lesen“, sagt Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski und beginnt zu blättern.

In seinem Geleitwort schildert der damalige Wildeshauser Bürgermeister Prof. Dr. Kian Shahidi die Beweggründe für die Einführung des „Goldenen Buches“.

In seinem Geleitwort schildert der damalige Wildeshauser Bürgermeister Prof. Dr. Kian Shahidi die Beweggründe für die Einführung des „Goldenen Buches“.

26. Februar 2009 ist als Datum auf der ersten Seite zu lesen: Prof. Dr. Kian Shahidi, damaliger Verwaltungschef, führt die Tradition des „Goldenen Buches“ in der Kreisstadt ein. In Wildeshausen habe ein Werk gefehlt, „in das sich die städtischen Ehrengäste und Ehrenpersönlichkeiten eintragen konnten“, begründet Shahidi in seinem Geleitwort des „Goldenen Buches“. Vom 26. Februar 2009 datiert auch der erste richtige Eintrag: Prof. Dr. Rudolf Hickel, damals Direktor des Instituts für Arbeit und Wirtschaft, bedankt sich „für die Einladung nach Wildeshausen“ und schreibt außerdem von einer „liebenswerten Kreisstadt“.

Der erste Eintrag im „Goldenen Buch“ der Stadt Wildeshausen: Prof. Dr. Rudolf Hickel war am 26. Februar 2009 zu Gast.

Der erste Eintrag im „Goldenen Buch“ der Stadt Wildeshausen: Prof. Dr. Rudolf Hickel war am 26. Februar 2009 zu Gast.

Gäste aus der Politik

Wo ist das Buch?

Für Jedermann zugänglich ist das „Goldene Buch“ der Stadt Wildeshausen nicht. In seinem Geleitwort schreibt der damalige Wildeshauser Bürgermeister Kian Shahidi, es „steht fortan unter persönlicher Verwahrung beim Bürgermeister“.

Auch als Bürgermeister komme er nicht einfach so an das rot eingebundene Buch mit Stadtwappen und vergoldeten Seiten heran, sagt Jens Kuraschinski. „Es gilt das Vier-Augen-Prinzip, wenn es von seinem angestammten Platz weggenommen wird“, berichtet er.

Nur wenige Wochen später widmet der frühere niedersächsische Wirtschaftsminister Philipp Rösler – er ist 2009 Ehrengast beim Schaffermahl – der Stadt nette Worte. „Wir haben viele bekannte Persönlichkeiten hier gehabt, gerade auch aus der Politik. Boris Pistorius war schon hier, auch Ministerpräsident Stephan Weil“, erinnert sich Kuraschinski, der bis 2014 als Vertreter des Bürgermeisters Anlässe wie die Eintragung ins „Goldene Buch“ mitkoordinierte.

„Alle Gute“ wünschte Ministerpräsident Stephan Weil der Stadt Wildeshausen in seinem Eintrag ins „Goldene Buch“.

„Alle Gute“ wünschte Ministerpräsident Stephan Weil der Stadt Wildeshausen in seinem Eintrag ins „Goldene Buch“.

Und aus dieser Zeit stammt auch eine ganz besondere Erinnerung: General Volker Wieker, früher Kompaniechef der Wittekind-Kaserne in Wildeshausen, ist 2011 als Festredner beim Schaffermahl. Er ist zu dieser Zeit Generalinspekteur der Bundeswehr und steht daher unter besonderem Personenschutz. „Vor dem Schaffermahl sollte er sich im Stadthaus ins ,Goldene Buch’ eintragen. Wir haben alles ein wenig festlich hergerichtet. Dafür habe ich auch die Vorhänge im Raum etwas zugezogen, was Wiekers Sicherheitsleute sofort auf den Plan gerufen hat“, sagt Kuraschinski. „Sie haben mir erklärt, dass der Raum aus Sicherheitsgründen unbedingt von außen einsehbar bleiben muss. Das war ein skurriler Moment, mit dem ich so nicht gerechnet hätte.“

Der Eintrag von General Volker Wieker ins „Goldene Buch“ der Stadt Wildeshausen ist Bürgermeister Jens Kuraschinski besonders in Erinnerung geblieben.

Der Eintrag von General Volker Wieker ins „Goldene Buch“ der Stadt Wildeshausen ist Bürgermeister Jens Kuraschinski besonders in Erinnerung geblieben.

Die ersten Grußworte in Kuraschinskis Amtszeit stammen von Carsten Harings. „Er war als neuer Landrat 2015 beim Schaffermahl der Ehrengast“, so der Wildeshauser Bürgermeister. Im Sommer desselben Jahres ist Selma Goldstein zu Gast in der Kreisstadt. Die Holocaust-Überlebende ist aus den Niederlanden in ihre ehemalige Heimatstadt gereist. „Ihre Erinnerungen zu hören, war auf jeden Fall bewegend“, sagt Kuraschinski.

Haben den üblichen Rahmen „gesprengt“: Otto Waalkes und die Wildeshauser Schauspielerin Gloria Terzic haben sich im Kino in das „Goldene Buch“ eingetragen.

Haben den üblichen Rahmen „gesprengt“: Otto Waalkes und die Wildeshauser Schauspielerin Gloria Terzic haben sich im Kino in das „Goldene Buch“ eingetragen.

Gang ins Kino

Meist seien die Eintragungen ins „Goldene Buch“ von langer Hand geplant, bei einem Termin rückt der Bürgermeister dann aber doch spontan mit dem Band aus. „Otto Waalkes und unsere Wildeshauser Schauspielerin Gloria Terzic waren im August 2021 hier im Kino, als ihr Film ,Catweazle’ lief. Da bin ich mit dem Buch einfach rüber und die beiden haben sich eingetragen.“ Den üblichen Rahmen der Grußworte hat Waalkes dabei in der ihm eigenen Art etwas gesprengt – so ein „Ottifant“ brauche eben etwas mehr Platz, schmunzelt der Bürgermeister und schlägt das „Goldene Buch“ wieder zu.

Gloria Balthazaar
Gloria Balthazaar Redaktion Wildeshausen
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