GROß IPPENER - GROß IPPENER/MSI - Der erste Büffelzüchter-Frühschoppen am Sonntag auf dem Hof von Heino und Sonja Kieselhorst in Groß Ippener sollte eigentlich mit den Hauptpersonen, den Büffeln, stattfinden. Aufgrund des schlechten Wetters musste das Treffen jedoch ins Wohnzimmer verlegt werden. Und dort haben die rund 500 Kilogramm schweren Tiere nun wirklich keinen Platz. Somit blieben die 27 Tiere, die der Familie Kieselhorst gehören, auf ihren Weideplätzen.
„Es gibt wenig deutschsprachige Literatur über die Büffel. Da bin ich auf die Idee mit dem Frühschoppen gekommen, mit anderen Züchtern Informationen und Erfahrungen auszutauschen“, berichtete Heino Kieselhorst.
Aus dem gesamten norddeutschen Raum waren Züchter angereist. Dieter und Maren Ulrich sind im schleswig-holsteinischen Eutin zu Hause. 18 Tiere gehören zu ihrer Herde.
Über stattliche 50 Wasserbüffel verfügt Hergen Eickhorst aus Sandhatten im Landkreis Oldenburg. So wie Kieselhorst vermarktet er vor allem das Fleisch der Tiere.
Doch die gutmütigen Riesen haben noch andere Vorzüge. „Die fressen auch noch auf Weiden, auf denen Rinder verhungern würden“, berichtet Helmut Ortmann aus Lüchow. Aus diesem Grund werden die Büffel auch zur Landschaftspflege eingesetzt.
Insgesamt stehen 13 verschiedene Pflanzen mehr auf dem Speiseplan der Büffel als bei Kühen. „Büffel ziehen sogar aus Stroh noch Nährstoffe“, so Ortmann. Grund seien die anatomischen und physiologischen Besonderheiten ihres Verdauungssystems. „Damit sind sie ideal für extensive Flächenbewirtschaftung“, ergänzt Heino Kieselhorst. Tiere der Hatter Büffelfarm, eine Kooperation zwischen Hergen Eickhorst und dem Ehepaar Rita und Peter Biel aus Sandkrug, sind unter anderem schon am Naturschutzgebiet Hasbruch, in der Haaren-Niederung bei Oldenburg und am Steinhuder Meer im Einsatz gewesen. Ein Projekt der Büffelfarm Hatten und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht die schrittweise Ansiedlung von Wasserbüffeln im Bezirk Weser-Ems zum Zweck der Pflege und Nutzung von Feuchtgrünland und Brachland vor.
Bei den Teilnehmern fand der erste Büffelzüchterfrühschoppen großen Anklang. Weitere Treffen sind geplant.
