Großenkneten - FDP-Ratsherr Michael Feiner brachte es auf die Formel „Doppelt gemoppelt hält besser“. Das war für ihn der Grund, im Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Großenkneten einer Initiative der Fraktionen CDU und SPD zuzustimmen. Es geht darum, bei künftigen Bauleitplanungen eine Mehrfachbebauung von Grundstücken für klassische Einfamilienhäuser zu unterbinden. Mit acht Ja-Stimmen wurde dieser Antrag zur Annahme empfohlen. Neben CDU, SPD waren auch FDP und AfD dafür, nur die Kommunale Alternative (KA) stimmte dagegen.
Die Ablehnung von KA-Ratsherr Matthias Reinkober hatte allerdings keine inhaltlichen Gründe. Vielmehr sah er bereits ausreichend Regelungsmöglichkeiten vorhanden, unerwünschte Bebauung von Grundstücken verhindern zu können. Somit hielt er den zusätzlichen Beschluss für gar nicht erforderlich.
Antrag von CDU/SPD
Der Auslöser für den Antrag von CDU/SPD war ein Fall in Ahlhorn gewesen, wo neben einem Einfamilienhaus in einem Neubaugebiet noch ein zweites auf das rund 1000 Quadratmeter große Grundstück gesetzt werden wird. Das hatte bei den überraschten Nachbarn für Verdruss gesorgt.
Künftig soll durch die Festsetzung der Grundflächenzahl, der Zahl der Wohnungen und die Ausweisung von Baugrenzen diese ungewollte Mehrfachbebauung von Wohnbaugrundstücken unterbunden werden. Ein Beispiel dafür ist der Bebauungsplan Nr. 126 „Sage-Haast – südlich Heideweg“, wo die Wohnungen im eigengenutzten Gebäude auf zwei beschränkt sind. Ebenso ist die Festlegung der Grundflächenzahl auf 0,3 ein Mittel, um derartiges Ausnutzen von großen Flächen zu blockieren.
Heiner Bilger (SPD) ergänzte, dass die Gemeinde wohl ohnehin in den nächsten Jahren keine 1000 Quadratmeter großen Grundstücke mehr ausweisen werde. Sie seien am Markt nicht mehr gefragt, die Käufer wollten keine großen Gärten mehr.
Die empfohlene Regelung gilt für künftige Pläne für Neubaugebiete in der Gemeinde. Sie ist nicht zu verwechseln mit der gewünschten „Nachverdichtung“ auf Grundstücken, um mehr Wohnungen zu ermöglichen. Dazu war Ende 2020 zur städtebaulich verträglichen Nachverdichtung des Wohnungsbaus in Ahlhorn, Großenkneten und Huntlosen die Erstellung eines Konzepts angeschoben worden. In diesem Zuge soll ein Baulücken- und Leerstandskataster erstellt werden, welches neben den bestehenden Wohn- und Gewerbeleerständen auch die Altersstruktur der einzelnen Wohngebiete aufzeigt.
Behutsam einfügen
Ziel der insgesamt vier Bebauungspläne soll der Erhalt der gewachsenen Siedlungsstruktur sowie eine Nachverdichtung sein, „welche sich behutsam in die vorhandene Umgebungsstruktur einfügt“, hieß es seinerzeit. Diese Planungen sind in Arbeit.
