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Corona-Pandemie Wenn Kinder aus der Gemeinde Großenkneten ihre Kontakte verlieren

Großenkneten - Wer schon Probleme in der Schule hatte oder aus sozial schwierigen Verhältnissen kommt, für den hat die Corona-Pandemie die Situation nochmals verschärft. Diesen Eindruck haben Großenknetens Gemeindejugendpflegerin Carina Kriegel und Schulsozialarbeiterin Lina Gerold-Göbel (Grundschule Ahlhorn). Sie schilderten jüngst auf Antrag der FDP-Fraktion im Jugend-, Ordnungs- und Sozialausschuss, was die vergangenen 14 Monate für den Nachwuchs bedeuten und wie Schule und Jugendpflege die Kinder in der schwierigen Lage unterstützen. Dabei wurde deutlich: Der Verlust der Kontakte zu Gleichaltrigen ist gerade auch für jüngere Menschen ein gravierender Einschnitt, durch den ohnehin vorhandene Probleme nochmals verschärft werden.

Reduziert auf Schule

Carina Kriegel berichtete, dass die Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Arbeit in den drei Jugendzentren massiv ausgebremst hätten. Inzwischen seien alle wieder geöffnet, aber begrenzt auf jeweils sechs Gäste. „Die Kinder und Jugendlichen wollen wieder nach draußen, wieder andere treffen“, so ihr Eindruck. Das Miteinander stehe hoch im Kurs. Als am 7. März die Jugendzentren wieder geöffnet wurden, sei die Resonanz groß gewesen.

Sie bedauerte, dass die Mädchen und Jungen bisher „fast nur als Schülerinnen und Schüler wahrgenommen werden. Das Treffen mit Freunden ist komplett aus dem Blickfeld geraten.“

Es gehe in den Jugendzentren oft darum, dass man einfach mit jemanden reden könne, „der ernsthaft zuhört“. Auch die häusliche Gewalt komme zum Vorschein. Vor der Pandemie habe es keine weinenden Kinder in den Einrichtungen gegeben. „Das ist jetzt Realität“, erzählte Kriegel. Auch gebe es Rückschritte bei der Integration, vor allem bei den Mädchen. Viele dürften derzeit nicht mehr in die Jugendzentren kommen. Zudem hätten viele junge Menschen stark an Gewicht zugenommen. Das ist eine Folge des Bewegungsmangels, so durch den fehlenden Sport, und der einseitigen Ernährung. Auch erzählte sie vom verstärkten Griff zu Betäubungsmitteln und Alkohol. Die Ausschussvorsitzende Dorothee Otte-Saalfeld kommentierte es so: „Viele Kinder und Jugendliche haben ihre Lebensperspektive verloren.“

Schere klafft auseinander

Im schulischen Bereich engagiert sich die Jugendpflege bei der Unterstützung beim Homeschooling – im engen Kontakt zu den Lehrkräften.

Lina Gerold-Göbel berichtete, dass der Wechselunterricht mit Präsenz und Homeschooling inzwischen sehr gut laufe. Allerdings werde der Leistungsdruck noch höher, da der Ausgleich durch Arbeitsgemeinschaften, Ausflüge etc. wegfalle.

Im Home­schooling gebe es sehr große Unterschiede. „Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Erledigung der Aufgaben und der familiären Unterstützung.“ Die Bildungsungleichheiten würden deutlich verstärkt, so der Eindruck der Schulsozialarbeiterin in Ahlhorn. Viele Kindern berichten, dass ihnen die kleinen Klassen gut gefallen. „In den Pausen gibt es weniger Auseinandersetzungen“, sagte sie. Auch sie wies auf das Bewegungsdefizit hin. „Die Kinder nehmen definitiv zu.“

Ulrich Suttka
Ulrich Suttka Kanalmanagement
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