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Großenkneter Rapper und Comedian auf Tiktok Mit „Swingdingeling“ gegen Mobbing und Ausgrenzung

Jana Wollenberg
Einsatz gegen Mobbing und Ausgrenzung: In seinen Videos und Livestreams auf Tiktok will Sebastian Borde seinen Zuschauern Mut machen.

Einsatz gegen Mobbing und Ausgrenzung: In seinen Videos und Livestreams auf Tiktok will Sebastian Borde seinen Zuschauern Mut machen.

Großenkneten - Wer die App Tiktok kennt, der denkt wohl vor allem an kurze Videos, in denen Menschen tanzen oder die Lippen synchron zur Musik bewegen. „Das ist nicht so mein Ding“, sagt Sebastian Borde. Erfolgreich ist der Großenkneter auf der Plattform dennoch. Und er beweist, wie viel man mit kurzen Videoclips und Livestreams bewegen kann: Auf seinem Kanal „Swingdingeling“ setzt er sich gegen Mobbing, Hass und Ausgrenzung ein.

„Swingdingeling steht für ,no hate no mobbing’“, erklärt der 29-Jährige im Gespräch. „Der Name ist eine Verniedlichung meines Künstlernamens“, verrät er. Unter „Swing“ ist Borde als Rapper und Comedian aktiv. „Mir geht es darum, dass alle so akzeptiert und respektiert werden, wie sie sind.“ In den Beiträgen stehe Spaß im Vordergrund, mit seinen Followern – „Swingdingelings“, wie er sie liebevoll nennt – spricht Borde aber auch über ernste Themen.

„Papa Swing“

Seine Zuschauerinnen und Zuschauer sieht Borde auch ein wenig wie eine Familie. „Einige nennen mich Papa Swing“, sagt er und lacht. Zweimal pro Woche – mittwochs und sonntags jeweils um 20 Uhr – streamt der Großenkneter live auf Tiktok. „Swingdingelings“ können sich mit anderen austauschen, Nachrichten schreiben oder als Gast selbst im Stream auftreten. „Dort können sie etwas von sich erzählen“, erklärt Borde. „Keiner muss hier Angst haben, sich zu öffnen.“

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Eine Geschichte aus einem seiner Streams ist dem 29-Jährigen besonders in Erinnerung geblieben. Ein 13-jähriges Mädchen habe davon erzählt, wie sie in der Schule wegen ihrer kurzen Haare gemobbt wird. Mitschüler hätten ihr sogar gesagt, dass sie aus dem Fenster springen konnte. „Ich war den Tränen nahe, als sie davon erzählt hat“, sagt er.

Die „Swingdingelings“ legten kurzerhand zusammen und finanzierten so ein T-Shirt für die 13-Jährige, das die Zugehörigkeit zu der Gemeinschaft symbolisiert. Der Zuspruch habe ihr viel Mut gegeben, meint Borde, sodass sie am nächsten Tag mit mehr Selbstbewusstsein in die Schule gehen konnte.

Eigene Erfahrungen

Mobbing, Ausgrenzung und Oberflächlichkeit sind Themen, mit denen Borde in der Vergangenheit auch selbst konfrontiert war. „Ich wurde ausgegrenzt, weil ich eben keine Nike-Schuhe hatte“, sagt er und erzählt von Gewalt auf dem Schulhof. Auch im Jugendalter sei er gemobbt worden.

Dass das Projekt so erfolgreich werden würde, hat der 29-Jährige selbst nicht erwartet. Im März startete er mit „Swingdingeling“, inzwischen folgen ihm fast 2500 Menschen. „Zum ersten Mal live war ich mit 15 Zuschauern“, erinnert der Großenkneter sich. Inzwischen schauen im Schnitt 150 Menschen gleichzeitig zu, der letzte Stream wurde von über 2500 Menschen geklickt.

Mittlerweile produziert Borde auch Beiträge auf Youtube, mit Unterstützung eines Videoproduzenten, der im Netz als „Vlock.Videomacha“ auftritt.

Und das Projekt soll weiter wachsen – nicht nur auf Tiktok, sondern auch abseits des Internets. „Ich möchte auch an Schulen gehen und dort über Mobbing sprechen.“

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