Großenkneten - Ihre Weihnachtsgottesdienste plant die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Großenkneten in diesem Jahr erneut unter den Bedingungen der Pandemie. Trotz der Einschränkungen dürfen sich die Gläubigen an Heiligabend nach derzeitigem Stand aber auf eine besondere Variante der Weihnachtsgeschichte freuen: „Die Idee ist, dass wir mit einem Trecker-Anhänger und sieben bis acht Krippenspielerinnen losfahren“, sagt Pfarrer Dr. Sven Evers. Schon im vergangenen Jahr hatte das Krippenspiel zum Schutz vor dem Coronavirus auf diese Weise unter freiem Himmel stattgefunden. „Das war atmosphärisch wirklich schön“, erinnert sich Evers. Er könne sich gut vorstellen, das Konzept des mobilen Gottesdienstes in den kommenden Jahren fortzuführen – auch unabhängig von der Pandemie.
Gottesdienste Ablauf
Der erste Haltepunkt des Krippenspiels mit Trecker und Anhänger soll an Heiligabend um 14 Uhr in Hespenbusch (Gräberfeld 1) sein. Es folgen Aufführungen um 15 Uhr in Döhlen (Unter den Eichen) und um 16 Uhr in Bissel (Genossenschaft). Die Veranstaltungen dauern nach Angaben von Evers maximal eine halbe Stunde. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Um 18 Uhr plant die Kirchengemeinde zudem ein Christvesper mit Predigt und Posaunenchor in der Marienkirche. Eine Christmette mit Licht, Andacht und Musik folgt um 23 Uhr. Am 1. Weihnachtstag gibt es um 10 Uhr einen Gottesdienst mit Taufen und Abendmahl. Eine Videoübertragung der Veranstaltungen wie in manchen anderen Kirchengemeinden wird es nicht geben: „Die Zielgruppe unserer Gottesdienste erreiche ich entweder live oder gar nicht“, sagt Evers.
Corona-Regeln
Bei Veranstaltungen in der Marienkirche gelte voraussichtlich die 2G-Regel, so der Pfarrer. Eine Anmeldung sei allerdings auch hier nicht notwendig. „Wenn voll, dann voll“, laute das Prinzip. Insgesamt fänden rund 120 Menschen in dem Gebäude Platz. „Ich habe das Glück, dass ich eine große Kirche habe und dass ich wirklich gut und sicher Gottesdienste mit vielen Menschen feiern kann.“ Im näheren Umkreis wisse er von keinem Corona-Fall, der im Zusammenhang mit einem Gottesdienst einer evangelisch-lutherischen Kirche stände, sagt Evers. Er weist allerdings daraufhin, dass sich die Corona-Regeln bis zum Weihnachtsfest in rund zweieinhalb Wochen noch ändern können. Das derzeitige Konzept sei daher unter Vorbehalt zu verstehen.
Positives sehen
Nach fast zwei Jahren der Pandemie ist nach Ansicht von Evers besonders wichtig, nicht nur das Negative zu sehen. Auch in der Corona-Krise könne man den Blick auf das Positive richten: „Es geht nach wie vor viel.“ So seien Familienbesuche oder Feiern im Freien wieder möglich. Und im Vergleich zum vergangenen Jahr könnten Geimpfte wieder mehr Freiheiten genießen. Auf der anderen Seite würden die unterschiedlichen Regeln für Geimpfte und Ungeimpfte aber zu Konflikten zwischen den Menschen beitragen, merkt der Pfarrer an. „Ich glaube, was sich wirklich geändert hat, ist das Thema der Spaltung der Gesellschaft.“ Evers rät zu versuchen, weniger in die „Ich-verurteile-mein-Gegenüber-Falle“ zu tappen.
