Großenkneten/Hespenbusch/Landkreis - Nein sagen, um Hilfe rufen, sich zur Wehr setzen: An drei Tagen trainierten jetzt acht Mädchen zwischen acht und zehn Jahren aus dem Landkreis Oldenburg in Großenkneten ihre Selbstbehauptung.
Seit 17 Jahren bieten Ebba Ache und Brigitte Malcharczyk den Kurs „Mädchenträume – Mädchenstärken“ zweimal jährlich in Kooperation mit dem Landkreis an.
Ab kommendem Jahr soll es ein vergleichbares Angebot vom Landkreis für Jungen geben, das von Männern geleitet wird. „Es ist gar nicht so leicht, männliche Pädagogen zu finden“, sagte Sylvia Bilin. Jetzt seien aber zwei Theaterpädagogen gefunden worden, die, ebenfalls an drei Tagen, mit den Acht- bis Zehnjährigen in der „Heldenzeit“ Selbstbehauptung trainieren werden.
Ein Thema werde beispielsweise Grenzverletzung sein. Es gehe aber auch um alternative Männerbilder.
Los ging es vormittags im Dorfgemeinschaftshaus Großenkneten mit der Selbstverteidigung Wen-Do, die Ebba Ache den Mädchen näherbrachte. „Wen-Do hat keine Fairness“, erläuterte Ebba Ache, „weil sexualisierte Gewalt auch nicht fair ist.“ So sind zum Beispiel auch Notlügen für die eigene Sicherheit Teil des Kurses, „um gut aus Situationen rauszukommen“.
Auch Hilferufe, weglaufen und Befreiungsgriffe werden geübt, ergänzte Sylvia Bilin vom Jugendamt des Landkreises, die den Kurs mit organisiert.
Am Nachmittag setzte Brigitte Malcharczyk das Training auf ihrem Ponyhof „Reitvergnügen in Hespenbusch“ fort. Mit den Ponys übten die Mädchen, sich durchzusetzen, mit Stimme und Haltung klarzumachen, wo es langgeht.
Bei den Mädchen kam das Konzept gut an. „Es war ganz toll, das mit den Pferden und die Selbstverteidigung“, freute sich Sarah-Marie. „Ich mag Pferde sehr gern“, erklärte Hanna, warum sie an der Aktion teilgenommen hat. Besonders gut gefallen habe ihr, als sich alle auf der Weide ein Pony aussuchen sollten, bei dem sie das Gefühl haben, dass es ihnen Kraft gibt.
