Großenkneten - Die beiden Ratsherren Linus Küther (FDP) und Friedjof Ohms (Grüne) trennen vom Alter gerade einmal eineinhalb Monate. Mit 20 Jahren sind sie die beiden jüngsten Mitglieder im Rat Großenkneten. Ihre Wege in die Kommunalpolitik sind dennoch verschieden.
„Ich wurde erst im April angesprochen, ob ich Lust dazu habe. Da dachte ich mir, warum eigentlich nicht?“, sagt Küther, der in Ahlhorn lebt und in einem Softwareunternehmen arbeitet. Bei der Kommunalwahl bekam er 303 Stimmen. „Das kam überraschend. Ich habe mir aber auch keine Hoffnungen gemacht, um nicht zu enttäuscht zu sein“, sagt der FDP-Kommunalpolitiker. Seine Ziele für seine erste Amtszeit: „Hybride Sitzungen für Ratsmitglieder möglich machen und die Infrastruktur für Ladesäulen voranbringen.“
Bundesebene und Mobilität
Sein Ratskollege Friedjof Ohms lebt in Huntlosen und macht gerade seinen Bundesfreiwilligendienst. Außerdem setzt er sich für Jugendarbeit ein. Er erhielt bei den Kommunalwahlen 127 Stimmen. In die Politik ist er aus Eigeninitiative gegangen: „Ich bin politisch aktiv und möchte selber Veränderungen schaffen. Unter anderem setze ich mich für das Thema Mobilität ein“, so Ohms. Besonders die Buslinie von Huntlosen nach Wildeshausen sei verbesserungswürdig, sagt er. Ein politisches Vorbild haben beide Ratsherren nicht. Allerdings würde sich Küther sehr freuen, wenn Christian Lindner (FDP) in der voraussichtlich kommenden Ampel-Koalition Finanzminister werden würde: „Das ist jemand, der auch mal etwas wirtschaftlicher denkt, was ich aktuell angemessen finde“, sagt Küther. Sein Ratskollege Ohms wünscht sich auch einen Kandidaten, jedoch für einen anderen Posten. „Cem Özdemir (Grüne) als Verkehrsminister wäre gut.“ Dann wäre der Verkehrswegeplan 2030, der aktuell katastrophal sei, auch machbar, so Ohms.
Nachwuchs und Quote
Allgemein gesehen fehlen in vielen gesellschaftlichen Bereichen junge Leute. Egal ob Ehrenamt, Sportvereine oder Kommunalpolitik: der Nachwuchs ist rar. Auch im Gemeinderat Großenkneten gibt es wenige Mitglieder unter 25 Jahren. „Ich glaube, dass sich in diesem Jahr bereits viele Parteien verjüngt haben. Manchmal ist es auch schwierig, innerhalb einer Partei seinen Platz zu finden“, sagt Küther. Für seinen Ratskollegen Ohms ist auch der Zeitfaktor einer der Gründe für den Nachwuchsmangel. Was halten die beiden jungen Ratsherren also von der Idee einer Altersquote im Gemeinderat – zum Beispiel ein Sitz für Personen unter 20? „Das finde ich nicht gut. Am Ende soll der Bürger immer entscheiden, wen er wählt und nicht die Quote“, so Küther. Auch Ohms lehnt die Altersquote im Rat ab: „Die Parteien sind gefragt, wenn es um die Nachwuchsarbeit geht.“
