Großenkneten/Landkreis - Der Winter hatte die Region zuletzt fest im Griff. Mit Temperaturen bis zu -15 Grad und Schneefall hatten auch die Landwirte zu kämpfen. Im Stall müssen Wasserleitungen geschützt und Ställe abgedichtet werden. Das ist die eine Seite. Aber es gibt auch die andere Seite, wie das Kreislandvolk betonte. „Auf dem Acker hat der Frost auch Vorteile“, heißt es. Er sorge für eine Auflockerung des Bodens und fördere somit das Bodenleben.
Die Landwirte Marvin und Rene Kreye bestätigen das. Sie bauen auf ihren Feldern in Großenkneten Getreide, Raps und Mais an. In der Anbaupause werden Zwischenfruchtmischungen aus Leguminosen, Gräsern, Kreuzblütlern und weiteren Pflanzen ausgesät.
Winterharte Arten
„Da kommt uns der Frost gerade Recht“, schildert Rene Kreye. „Die kälteempfindlichen Zwischenfrüchte frieren ab und die winterharten Arten sorgen für eine permanente Belebung des Bodens. Dadurch wachsen die später angebauten Kulturen wie Mais oder Sommergetreide besser.“
Marvin Kreye ergänzte die Vorteile der Durchwurzelung: „Bei Frost sterben die nicht winterharten Pflanzen ab. Wir müssen sie dann im Frühjahr nicht mehr mechanisch durch Grubbern beseitigen. Die Pflanzenreste bilden wertvollen Humus.“
Auch bei anderen Kulturpflanzen kann der Frost hilfreich sein. „Bei Winterkulturen wie Raps und Getreide wird durch den Kältereiz die spätere Blütenbildung der Pflanzen gefördert“, erklärt Rene Kreye. „Den Winterkulturen schadet der Frost nicht. Je nach Kultur und Sorte können die Pflanzen Temperaturen von -15 bis -25 Grad unbeschadet überstehen. Dabei schützt die Schneedecke den Vegetationskegel vor Kahlfrösten und starken Winden.“ Der Bruder: „Milde Winter hingegen fördern das Aufkommen von Schadnagern und Krankheiten.“
Spätfrost problematisch
Anders sei es, wenn Spätfröste erst Anfang Mai auftreten würden. „Sommerkulturen wie Sommergetreide, Mais und Kartoffeln sind nicht so kältetolerant. Und nehmen schnell Schaden“, erklärt Rene Kreye. 2020 mussten dies viele Landwirte beim Mais und sogar in einigen Winterkulturen schmerzlich erfahren. Das führte auf vielen Flächen zu Ertragsausfällen.
