Großenkneten - „Ich kann es noch gar nicht glauben. Wir bekommen echt ein Auto!“ – Die Freude ist Sarah Deux schon am Telefon am vergangenen Montagnachmittag deutlich anzumerken. So richtig real scheint ihr die ganze Situation da aber noch nicht zu sein. Und auch am Dienstagabend, als der blaue Ford C-Max – Baujahr 2008, 109 000 Kilometer – auf die Auffahrt der fünfköpfigen Familie aus Großenkneten rollt, reiht sich neben purem Glück und Dankbarkeit immer noch ein wenig Unglauben ein. Darüber, dass plötzlich alles so schnell ging und fremde Menschen der Familie ganz uneigennützig zu Hilfe eilten. Doch von vorn.
NWZ-Bericht
Gut drei Wochen ist es her, dass unsere Redaktion über Familie Deux berichtete. Drei Familienmitglieder – Sarah, Ehemann Denis und die vierjährige Tochter Luise-Sophie – sind schwerbehindert. Längere Strecken ohne Rollstuhl oder Rollator zurückzulegen, ist vor allem für die 26-Jährige und ihre Tochter nicht möglich. Um für wichtige Arztbesuche mobiler und flexibler zu sein, mit den Kindern, dazu zählen auch Neo (2) und Hannah (1), Ausflüge unternehmen zu können und nicht immer auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, benötigte die Familie dringend ein Auto. Doch dafür fehlte bisher das Geld.
Bis jetzt. Denn nachdem der erste Artikel über das Schicksal der Großenkneter Familie in der NWZ erschienen war, meldete sich nur wenige Tage darauf ein Mann aus Dötlingen bei Sarah und Denis Deux. Er wolle selbst Spenden für die Familie sammeln, in der Öffentlichkeit aber anonym bleiben. Eine tolle Nachricht für die Familie. „Tatsächlich haben dann zwölf Personen aus Dötlingen für uns so viel Geld gespendet, dass wir uns einen Gebrauchtwagen kaufen konnten“, freut sich der 34-jährige Familienvater.
Am vergangenen Freitag war es dann soweit: Sarah Deux entschied sich für den blauen Ford C-Max für 4700 Euro. Am Montag um 8.30 Uhr unterschrieb sie den Kaufvertrag. „Für uns bedeutet das Auto Freiheit“, so die 26-Jährige.
Ausflüge geplant
Neben Sarah und Denis Deux sind vor allem auch die Kinder des Ehepaares unglaublich glücklich. „Seit Freitag sagte Neo immer wieder ,Mama, Auto’ und saß am Fenster, um auf unser Auto zu warten“, berichtet die Großenkneterin und schmunzelt. Auch Ausflüge sind bereits geplant. Nachdem die erste Fahrt die Familie am Dienstagabend zur Tankstelle führte, stand am Mittwoch ein Besuch bei Verwandten an. „Sie konnten Hannah bisher noch nicht kennenlernen. Das holen wir jetzt nach“, freuen sich die Großenkneter.
Sarah und Denis Deux wollen die Möglichkeit nutzen, sich bei allen Spendern herzlich zu bedanken. „Wir sind wahnsinnig dankbar, auch der NWZ für ihre Unterstützung, und unglaublich glücklich. Endlich können wir selbstständig sein“, so das Ehepaar aus Großenkneten.
