Grüppenbühren - Nie um ein Wort verlegen, so kennt und so schätzt ihn sein Umfeld. In seinem Element ist er, wenn er mit seiner Musik einen Saal und eine Feier „zum Kochen“ bringen kann. Mit Tobias Bleydorn oder auch „DJ Tobi“ wird es nie langweilig.
Tobias Bleydorn war schon in seiner Kindheit immer vorne mit dabei. Wer wie Tobias in der Handballhochburg Grüppenbühren aufgewachsen ist, kommt an diesem Sport einfach nicht vorbei. „Seitdem ich laufen kann, spiele ich Handball und das hat sich bis heute nicht geändert“, erzählt er. Angefangen bei der „Mini-Gruppe“ bis heute in der 4. Herren der HSG Grüppenbühren-Bookholzberg. „In der 4. Herren steht der Spaß über dem Sport“, sagt Tobias und schmunzelt.
In seiner Jugendzeit spielte er einige Jahre beim TV Neerstedt und mit dieser Mannschaft in der Regionalliga. Obwohl Tobias bei den Punktspielen mehr Zeit auf der Ersatzbank als auf dem Spielfeld verbrachte, war er für das Team der wichtigste Mann. „Als Bankdrücker war ich der große Motivator an der Seitenlinie und habe die Jungs heiß gemacht.“
Durch seinen Vater Volker ist er nicht nur zum Handball gekommen, sondern auch schon früh zum Schützenverein. „Ich war schon häufiger Adjutant, aber der Königsorden wartet noch“, erzählt Tobias. Auch hier steht für ihn die Geselligkeit an erster Stelle.
Haben seine Eltern ihren Sohn in jungen Jahren vermisst, dann war er auf dem Bauernhof in der Nachbarschaft bei Familie Wilkens zu finden. Bei den Arbeiten auf dem Hof war er ebenso eine Hilfe, wie beim Melkhus. Wenn Not am Mann war, war auf Tobias immer Verlass – wenn nötig auch noch vor der Schule.
Bei einem Familienurlaub bekam Tobias einmal die Gelegenheit, im Cockpit eines Flugzeuges zu sitzen. „Da wollte ich unbedingt Pilot werden. Als ich aber hörte, dass ein Pilot perfekt Englisch sprechen muss, hatte sich dieser Beruf für mich erledigt.“
Auf der Realschule in Bookholzberg war von ihm viel zu hören, aber meistens außerhalb der Unterrichtsstunden. Wo Tobias war, herrschte Leben. Schon früh wusste er, was er einmal werden wollte: Zimmermann – wie sein Vater und Großvater auch. Nach dem Berufsgrundbildungsjahr machte er seine Ausbildung bei der Zimmerei Grotelüschen & Hallo in Neerstedt. Dass er dann gerade bei der praktischen Abschlussprüfung Schwierigkeiten bekam, hätte keiner und noch am wenigsten sein Chef geglaubt.
Beim zweiten Anlauf beendete er die praktische Prüfung mit einem „Sehr gut“. Seinem Ausbildungsbetrieb ist er bis heute treu geblieben und einer seiner Arbeitskollegen ist sein Vater Volker. „Mit dem gesamten Team macht es sehr viel Spaß“, schwärmt Tobias.
Ungeheuer viel Spaß macht ihm auch die Musik, die zu einer Art Nebenberuf geworden ist. Schon bei der Hölzernen Hochzeit seiner Eltern war der kleine Tobias vom damaligen Discjockey (DJ) angetan. Wann immer sich die Gelegenheit ergab, schaute er sich bei anderen DJs etwas ab. Und an seinem 18. Geburtstag war es dann soweit: Er lieh sich die Musikanlage von Nachbar Timo und sorgte auf seiner Feier höchstpersönlich für die Musik. „Spätestens hier war es um mich geschehen“, erzählt er.
Tobias Bleydorn investierte in Lautsprecher und Laptop und die ersten Einsätze als „DJ Tobi“ ließen nicht lange auf sich warten. Schnell sprach sich herum, dass mit ihm das Stimmungsbarometer auf einer Feier immer ganz weit oben ist. Und das nicht nur bei vielen Familienfeiern, sondern auch im „Fassboden“ in Langenberg oder auch bei den Kohlfahrten im Hause von Familie Sievers in Kühlingen.
Seit über einem Jahr gibt es nun keine Feiern mehr und damit auch keine Musik von „DJ Tobi“. Tobias Bleydorn wäre nicht Tobias Bleydorn, wenn er sich nicht etwas einfallen lassen hätte. So startete er zusammen mit Nils Hammler am eigentlichen Faschingssamstag aus seinem Wohnzimmer einen Musik-Livestream und das insgesamt neun Stunden lang. Einige tausend Musikliebhaber feierten zuhause zu dieser Musik. Wegen des großen Erfolges wiederholten sie diesen Livestream zu Ostern noch einmal.
Vieles hat Tobias in seinem jungen Leben schon erreicht. Eines schafft er nach eigenen Angaben aber wohl nicht mehr: eine Hochzeit vor seinem in Kürze stattfindenden 30. Geburtstag. Dabei haben sich Tobias und seine Nina schon auf der Realschule kennengelernt. „Anfangs mochte sie mich überhaupt nicht, aber ich habe nicht locker gelassen und alles versucht“, sagt Tobias und lächelt. Seine Ausdauer hat sich gelohnt. Seit dem 15. Lebensjahr sind beide ein Paar, haben seit zwei Jahren ein gemeinsames Eigenheim und sind seit dem vorigen Jahr auch verlobt. Die Hochzeit kann kommen, aber eine Feier unter Corona-Bedingungen im kleinen Kreis, das passt nun wirklich nicht zu Tobias.
