Grüppenbühren - 3,6 Hektar blühende Flächen: Was für Insekten gedacht ist, ist derzeit auch für den Menschen schön anzusehen. Die Gemeinde Ganderkesee legt in Kooperation mit Betrieben Blühwiesen auf deren Flächen an.
Vor allem einjährige Blühstreifen auf landwirtschaftlichen Flächen gibt es in der Gemeinde seit einigen Jahren. Am „Runden Tisch Natur“ habe man dann überlegt, wie noch mehr Lebensraum für Insekten geschaffen werden kann, erzählt Carsten Wünker, Fachdienstleiter Natur, beim Ortstermin im Gewerbegebiet Ganderkesee-West. Denn das war die Idee: die ungenutzten Flächen in Gewerbegebieten – wie Abstands- oder Reserveflächen – zu nutzen.
Vierjähriges Saatgut
20 Firmen sind mittlerweile beteiligt. In Ganderkesee-West blühen die Wiesen bereits zum wiederholten Male: Vor etwa dreieinhalb Jahren seien sie mit vierjährigem Saatgut angelegt worden, sagt Wünker. Das Anlegen übernehme die Gemeinde, die Pflege liege bei den Betrieben. Die Entwicklung der Blühwiesen sei individuell: „Es ist immer eine Überraschung, was sich durchsetzt“, sagt Wünker.
Im Gewerbegebiet Ganderkesee-West ist derzeit die Geruchlose Kamille dominierend. Günstig für das Wachstum sei die archäologische Prospektion gewesen, die vor dem Bau des Gewerbegebiets stattgefunden hat, erzählt der Fachdienstleiter: Dadurch sei der Boden gut aufgelockert und es gebe wenig Unkraut.
Auch die Mehrjährigkeit der Flächen zeigt jetzt Früchte: In diesem Jahr siedelten sich deutlich mehr Insekten an als während der vergangenen Sommer, sagt Wünker.
Zwei Insektenhotels
Zusätzlich hat die Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee auf Anfrage der Netto Stiftung zwei Insektenhotels auf deren Ausgleichsfläche aufgestellt. Ganz zur Freude des Vorsitzenden Hans Fingerhut: „Wir sammeln auf solchen Flächen auch Erfahrungen für uns.“ So könnten die Naturschützer beobachten, welche Materialien die Insekten gut annehmen.
Allerdings freuen sich nicht nur Insekten über die bunten Wiesen: Auch Hasen, Rehe und Fasane beobachten Andreas Lonzer (albko Metallhandel), Stefan Rücker (EWE Netz GmbH) und Andreas Schulz (Netto Stiftung GmbH) auf den Flächen an ihren jeweiligen Firmengeländen.
