Ganderkesee - Hand- und Softbälle fliegen durch die Luft, knallen auf den Boden oder landen im Tornetz. Kinder wuseln umher, schlängeln sich prellend um Hütchen oder fassen ein Wurfziel ins Auge. In der Sporthalle der Grundschule Dürerstraße in Ganderkesee herrschte am Freitag viel Betrieb. Denn der Handballverband Niedersachsen-Bremen (HVN) war im Zuge seiner „Spiel mit!-Tour“ zu Gast, um den Kindern den Spaß am Sport – besonders am Handball – spielerisch näherzubringen.
Spaß und Bewegung
270 Kinder, aufgeteilt auf vier Gruppen, absolvierten hintereinander sechs Stationen, wie Sarah Borchers, Referentin für Mitgliederentwicklung beim HVN, vor Ort berichtete. Beim Torwandwerfen versuchten die Grundschüler etwa, in den vier Torecken angebrachte Ringe zu treffen. An einer weiteren Station wurde die Geschwindigkeit beim Ballwurf gemessen; Borchers zufolge erzielten die Kinder hier Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde – zum Vergleich: Profis schafften im Schnitt rund 110 Stundenkilometer. Auch Koordinationsübungen und Prellparcours standen auf dem Programm.
Bei der Aktion gehe es vor allem darum, sich viel zu bewegen und Spaß zu haben, sagte Borchers. Natürlich wolle man aber auch für den Handballsport begeistern: Entlang der Stationen sammelten die Kinder Stempel auf Laufkarten, am Ende bekam jeder eine Urkunde, dazu einen Flyer mit den Handball-Trainingszeiten des TSV Ganderkesee.
Vereine suchen Nachwuchs
Anlass für die Aktion ist das 75-jährige Bestehen des HVN. Insgesamt 75 Grundschulen, Kitas und Vereine besuchen Borchers und ihr Kollege Torben Streich zurzeit – bei 308 Bewerbungen im Voraus. Sie habe sich „sehr gefreut“, dass ihre Schule ausgewählt wurde, sagte Katja Köster, Vorsitzende der Fachkonferenz Sport – gerade nach den pandemiebedingten Einschränkungen im Sportunterricht. Viele Kinder spielten bereits Handball. Auch der TSV sei regelmäßig an der Schule zu Gast und suche gerade Nachwuchshandballer im Altersbereich der dritten und vierten Klasse.
Im Sportunterricht sei der Mannschaftssport Handball indes „nicht so präsent“, sagte Köster. Zudem beobachte sie, dass viele Kinder heutzutage tendenziell Schwierigkeiten haben beim Werfen und Fangen. Eine einzelne Trainingsstunde kann das freilich nicht ändern. Aber vielleicht ist das ein oder andere Grundschulkind ja nun auf dem Geschmack gekommen und wirft im Verein künftig regelmäßig Handbälle ins Tornetz.
An dieser Station ging es darum, Luftballons möglichst lange in der Luft zu halten. BILD: Thilo Schröder
