Harpstedt - „Es ist Zeit, dass sich etwas verändert an der Schule“, findet Ufke Janssen. Deswegen fällt ihm sein Abschied etwas leichter: Am Mittwoch war sein letzter Schultag als Leiter der Grundschule Harpstedt.
„Schulen unterliegen einer ständigen Veränderung“, führt er seinen Gedanken weiter aus. So seien beispielsweise nur noch etwa drei Lehrkräfte an der Grundschule, die bereits vor ihm und seinem Konrektor Woldemar Schilberg hier unterrichtet hätten.
Vor acht Jahren fingen die beiden zeitgleich in Harpstedt an. „Das war ein Glücksfall“, findet Janssen, „weil ich hier auf ein tolles Team getroffen bin.“ So seien dem 65-Jährigen die acht Jahre leicht von der Hand gegangen, trotz aller Veränderungen. Neben dem guten Team habe das auch an Schilberg gelegen: „Er hat mir immer den Rücken freigehalten, was vorher nie so war.“
Team stand hinter ihm
Wie unterschiedlich das Wirken an Schulen sein kann, das merkte Janssen während seiner 28-jährigen Laufbahn als Rektor an verschiedenen Stationen. Nachdem er bis 1992 als Lehrer gearbeitet hatte, wechselte er an die Grundschule Kirchhatten, wo er bis 1995 Konrektor war, und wurde dann Leiter der Grundschule Neerstedt. 2012 wechselte er erneut und wurde Rektor in Sandkrug. „Da habe ich gar nichts bewirkt“, erinnert sich der Aschenstedter. „Und mit denselben Eigenschaften, die da gar nicht funktioniert haben, bin ich nun seit acht Jahren hier.“ Diese Erfahrung habe ihn Demut gelehrt.
Worauf er besonders stolz ist, wenn er auf die Zeit zurückblickt? „Ich möchte jetzt nicht Corona sagen“, sagt er und schmunzelt. Doch während dieser Zeit habe sich gezeigt, dass sein Team voll hinter ihm stehe. Eine Schule sei immer ein Spiegel der Gesellschaft, es habe viele verschiedene Meinungen und auch skeptische Stimmen gegeben. Doch sein Kollegium sei ihm bei seinen Entscheidungen gefolgt, „keiner hat gemeckert“. „Auch unsere Schüler haben keinen Schaden erlitten, da sind wir ziemlich sicher.“
Mit Ende dieses Schuljahres verlässt nicht nur er die Grundschule: Seine Frau Julia sowie Marika Krone und Patricia Beutling gehen ebenfalls aus Altersgründen, Marlene Lippok hat sich nach Ostfriesland versetzen lassen. Bislang gebe es zum neuen Schuljahr drei Neueinstellungen, eine Zuversetzung und eine abgeordnete Lehrerin kehre zurück, sodass trotz der Weggänge nur 55 Stunden fehlen. „Der Rest wird sich finden“, ist Janssen zuversichtlich.
Kommissarische Leitung
Der 65-Jährige freut sich auf den Ruhestand, auch wenn er noch nicht weiß, wie diese Zeit aussehen wird:„Mein Beruf ist ein bisschen auch mein Hobby, ich habe das immer gern gemacht. Ich weiß noch nicht, was an die Stelle treten wird.“ Auf jeden Fall werde er mehr Zeit für seine zwei Kinder und seinen Enkel haben – Sohn und Enkel leben in Helsinki. „Ich bin ein Mensch, der immer was zu tun findet. Außerdem sind wir zu zweit, wir müssen jetzt lernen, wie das geht“, sagt er über sich und seine Frau.
Er wisse aber auch, dass es Dinge gibt, die er nicht kann. Viele Dinge davon könne sein bisheriger Stellvertreter Schilberg. Zumindest kommissarisch wird dieser erst einmal die Nachfolge Janssens übernehmen. Und er ist der einzige Bewerber auf die Stelle des Rektors.
So geht Janssen mit einem guten Gefühl: „Es ist Zeit, Platz zu machen.“
