Wildeshausen - „Wie eine Art Reisebüro für ehrenamtliche Tätigkeiten“ beschreibt Geschäftsführer Thorben Kienert die Wildeshauser Freiwilligenagentur „Misch mit“. Über jene ist auch Mikis Hanenkamp an sein Ehrenamt an der Grundschule Gut Spascher Sand bei Wildeshausen gekommen. Seit dem neuen Schuljahr ist der 44-Jährige zweimal die Woche in der Nachmittagsbetreuung der Schule tätig. Dort betreut er zusammen mit einer Fachkraft bis zu zwölf Grundschülerinnen und -schüler. „Ich habe gemerkt, dass ich gerne mit Menschen, und besonders gerne mit Kindern arbeite“, sagt Mikis Hanenkamp, dessen berufliche Laufbahn erst mal in eine komplett andere Richtung ging.
Andere Richtung
Der gebürtige Wildeshauser hat eine Ausbildung zum physikalisch-technischen Assistenten absolviert und danach ein Maschinenbau-Studium angefangen – aber nicht beendet. Nachdem er es anschließend mit einem Studium in Schiffbau und Meerestechnik probierte, aber auch hier gemerkt hat, dass ihn dieses nicht erfüllt, wollte er noch mal was ganz anderes ausprobieren.
„Ich habe dann im Internet geguckt, was man ehrenamtlich machen kann und bin auf ,Misch mit’ gestoßen“, erzählt der 44-Jährige. Im Gespräch mit der Agentur habe sich schnell ergeben, dass es in eine erzieherische Richtung gehen könne. „Ich war eigentlich total festgefahren in der Hausaufgabenbetreuung von Integrationskindern, weil ich das schon mal gemacht habe“, so Hanenkamp, „aber dann ist im Gespräch herausgekommen, dass auch darüber hinaus viel für mich infrage kommt.“
Ausbildung geplant
Gut zwei Wochen später habe er einen Kennlerntermin in der Grundschule Gut Spascher Sand gehabt und es habe alles gepasst. „Die Spiel-Betreuung der Kinder macht mir wirklich großen Spaß“, sagt er, „aber ich würde gerne noch ein bisschen mehr machen in Richtung Hausaufgabenbetreuung und Unterricht.“
Das dürfe er ohne entsprechende Ausbildung aber nicht, weswegen der 44-Jährige diese gerne in Zukunft machen möchte. „Für die Ausbildung braucht man aber wiederum praktische Erfahrungen, die ich hier gut sammeln kann“, sagt er.
Vertrauen wächst
Laut Thorben Kienert seien es positive Rückmeldungen und Wertschätzung, die die ehrenamtliche Arbeit letztlich ausmachen: „Das Ehrenamt lebt von Anerkennung.“ Im Fall von Mikis Hanenkamp ist es besonders das immer größer werdende Vertrauen der Kinder, das ihm viel zurückgibt. „Solange die Kinder glücklich sind, reicht mir das schon.“
Der 44-Jährige möchte sein Ehrenamt noch so lange wie möglich ausführen – bis er seine Ausbildung anfangen kann. Und auch die Grundschule sei sehr zufrieden. „Wir sind sehr froh über die langjährige gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur und die damit gewonnenen Ehrenamtlichen, die tolle Arbeit an unserer Schule leisten“, sagt Schulmitarbeiterin Natalia Weis.
