Ganderkesee - Das Gymnasium Ganderkesee bekommt im neuen Schuljahr eine zweite Tablet-Klasse. Die drei Schülerinnen Ilaria Copotorto, Neele Gillerke und Sena Shubar sind darauf bestens vorbereitet: Vom Freundeskreis der Schule erhielten sie als Stipendium drei iPads, die sie von der elften Klasse bis zum Abitur nutzen dürfen. Im vergangenen Sommer war im Gymnasium die erste Tablet-Klasse an den Start gegangen.
Bücher digital
Wie der Freundeskreis-Vorsitzende Rainer Sievert erläuterte, haben die drei Schülerinnen in einem Aufsatz begründet, warum sie in der Schule ein Tablet nutzen wollen. Ein Grund lag für sie auf der Hand: Das Schleppen schwerer Schulbücher entfällt, denn die Bücher werden zu Beginn des neuen Schuljahrs in digitaler Form auf die Tablet-Computer aufgespielt. Die drei Schülerinnen nannten in ihren Aufsätzen viele weitere Gründe: Man könne sämtliche Unterlagen für die Schule auf dem Tablet haben, meinte die 16-jährige Ilaria aus Ganderkesee. „Ich denke auch, man braucht es später in allen Berufen.“
Einsatzmöglichkeiten
In den Wochen des Distanzlernens haben die Gymnasiastinnen Erfahrungen damit gesammelt, ihre Schulunterlagen am Computer zu ordnen und zu verwalten. „Ich habe alles nach Fächern und Datum sortiert“, sagte die 15-jährige Neele aus Falkenburg. Sie würde später gerne bei der Berufsfeuerwehr arbeiten. Sollte es auf ein Studium und eine Tätigkeit in der Verwaltung hinauslaufen, möchte sie vorbereitet sein. Auch die 16-jährige Sena aus Schierbrok sieht viele Einsatzmöglichkeiten für ihr Tablet: Sie mache gerne Präsentationen und Recherchen, außerdem sei sie kreativ. „Ich freue mich darauf, mit Leuten in eine Klasse zu kommen, die dasselbe Mind-Set haben.“
In den beiden Tablet-Klassen nutzen die Schüler und Schülerinnen ihre privaten Geräte. Im Unterricht gibt es viele Einsatzmöglichkeiten. Aufgaben und Bilder könnten schnell hin- und hergeschickt werden. „Es muss nichts mehr ausgedruckt werden“, sagte Sena. Lösungen können nach Angaben von Schulleiterin Dr. Renate Richter ins iPad eingegeben und dann an den dafür vorgesehenen Tafeln angezeigt werden. „Das Tablet ist ein vielfältig einsetzbares Gerät, auf dem man sogar schreiben kann.“ Allerdings ist es auch sehr teuer: Knapp 500 Euro kosten die Geräte, die sich im Schulalltag am besten nutzen lassen.
Teure Apps
In den anderen Klassen kommen ebenfalls gelegentlich Tablet-Computer zum Einsatz, die die Schule besitzt. Bisher ist es laut Richter aber aus Kostengründen nicht möglich, dass alle Schüler und Schülerinnen die Geräte im Unterricht nutzen. Auch die Apps, die man für die Schule brauche, seien relativ teuer. Wegen des Distanzlernens haben die Lehrkräfte des Gymnasiums Schulungen absolviert. Viele hätten zunächst eine Hemmschwelle überwinden müssen, seien dann aber gut zurechtgekommen, sagte die Schulleiterin. In den beiden Tablet-Klassen unterrichten laut Renate Richter Lehrer und Lehrerinnen, die Lust dazu haben, dort Neues zu entwickeln. Doch alles kann das Digitale nach Einschätzung der Schulleiterin nicht ersetzen – etwa das Zusammensein in der Gruppe. Auch eine lesbare Handschrift sei wichtig, betonte Richter. Schließlich sind Arbeiten und Klausuren nach wie vor handschriftlich zu erledigen.
