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100.000 Kilometer in neun Jahren Harpstedter ist „ins Leben zurückgeradelt“

Der Harpstedter Adalbert Kirchhoff (rechts) hat sich „ins Leben zurückgeradelt“: Begleitet wird er dabei oft von Hinrich Scheele (links) und Peter Oberwandling (2. von rechts). Zurzeit erhält sein E-Bike wieder Sommerreifen von Jens und Elke Michl (ab 2. von links).

Der Harpstedter Adalbert Kirchhoff (rechts) hat sich „ins Leben zurückgeradelt“: Begleitet wird er dabei oft von Hinrich Scheele (links) und Peter Oberwandling (2. von rechts). Zurzeit erhält sein E-Bike wieder Sommerreifen von Jens und Elke Michl (ab 2. von links).

Jana Budde

Harpstedt - „Ich habe mich ins Leben zurückgeradelt“, sagt Adalbert Kirchhoff. Der 75-jährige Harpstedter ist seit Jahren täglich mit seinem E-Bike unterwegs. Dabei fiel ihm das anfangs überhaupt nicht leicht.

Ausschlaggebend für sein vieles Radfahren war sein schlechter gesundheitlicher Zustand: Nach drei Operationen am Herzen und der Implantation eines Herzschrittmachers durfte er kein Tennis mehr spielen, erhielt aber von seinem inzwischen verstorbenen Hausarzt Karlheinz Hißnauer die Ansage, dass er sich bewegen müsse: „Leben ist Bewegung“, habe er gesagt.

Fahrten bei jedem Wetter

Also schwang sich Kirchhoff auf den Sattel – meist begleitet von seinem langjährigen Freund Peter Oberwandling (72), den er als Lehrerkollegen an der Haupt- und Realschule Harpstedt kennenlernte. „Ich fahre möglichst nicht allein“, sagt der Harpstedter, denn es könne immer mal etwas passieren. Wenn er allein unterwegs ist und merkt, er hat sein Handy vergessen, kehre er um. Sicherheit geht bei ihm vor.

Zu Beginn musste Kirchhoff schon bei den kleinsten Steigungen absteigen, erinnert er sich. „Ich hatte keine Kraft mehr.“ Doch das tägliche Fahren zahlte sich aus. Und es kamen so einige Kilometer zusammen: In knapp neun Jahren hat er mehr als 100 000 Kilometer mit seinem E-Bike zurückgelegt.

„Er fährt jeden Tag, er ist so diszipliniert“, sagt Peter Oberwandling über seinen Freund. Er selbst prüfe immer zuerst seine Wetter-App, ob Regen angesagt ist, ergänzt er schmunzelnd.

Für diese Fälle habe er seine Regenmontur, hält Kirchhoff dagegen. Und nicht nur das: Auch mit Winterreifen ist er für sein Fahrrad ausgerüstet. Derzeit werden beim Fahrradgeschäft Michl in Harpstedt wieder die Sommerreifen aufgezogen. Auf Jens Michl und seine Mutter Elke könne er sich immer verlassen, wenn er Reparaturen am Rad vornehmen lassen muss – was bei mehr als 100 000 gefahrenen Kilometern häufiger passiere.

Viele Menschen kennengelernt

Nicht selten lernt Kirchhoff während seiner Touren neue Leute kennen. So auch Hinrich Scheele an einer Busstation vor etwa drei Jahren. Sie kamen ins Gespräch und starten mittlerweile regelmäßig zu gemeinsamen Touren. „Er ist mein gesundheitliches Vorbild. Er ist mit fast 85 Jahren noch so fit“, sagt Kirchhoff über den Wildeshauser, der die Firma „Scheele Erdbau“ gegründet hat.

Seine schönste Tour des vergangenen Jahres hätten die beiden zusammen unternommen: Auf insgesamt etwa 80 Kilometern ging es in Richtung Goldenstedt und zurück, erzählt der Harpstedter. Ansonsten lege er die vielen Kilometer vor allem in der Samtgemeinde und im Landkreis Oldenburg zurück – und genieße dabei die Natur.

Jana Budde
Jana Budde Redaktion Wildeshausen
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