Harpstedt - Schwere Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen sind durch Sicherheitseinrichtung und Fahrassistenten statistisch zurückgegangen. Dennoch kommen sie regelmäßig vor und erfordern für die Einsatzkräfte eine gute Ausbildung, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt und ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist. „Gerade unsere jungen und frisch ausgebildeten Einsatzkräfte werden regelmäßig auf solche Situationen geschult“, erklärt Jannik Stiller, Pressesprecher der Feuerwehren der Samtgemeinde Harpstedt. Und so fand am Samstag wieder ein Sonderdienst für die technische Hilfeleistung, mit dem Schwerpunkt Verkehrsunfälle, statt.

Hierbei ging es in der Theorie um die Taktik und Technik, bis hin zum Aufbau einer Einsatzstelle und der Fahrzeugaufstellung. In der Praxis wurden die gelernten theoretischen Inhalte umgesetzt und das Arbeiten mit dem hydraulischen Rettungsgerät trainiert.

„Für eingeklemmte Personen ist eine ruckelfreie und patientenschonende Rettung elementar und enorm wichtig, sodass keine weiteren Verletzungen hinzu kommen“, weiß Jannik Stiller. Verschiedene Schnitt- und Spreiztechniken mit den hydraulischen Rettungsgeräten würden für eine Versorgungsöffnung sorgen, um den Patienten durch den Rettungsdienst medizinisch versorgen zu lassen. Kurz darauf folgt die Befreiungsöffnung, welche zum Beispiel durch das Heraustrennen der gesamten Fahrzeugseite erfolgt oder durch die Abnahme des Daches.

Zwischen den Übungen gab es für alle Kameradinnen und Kameraden ein Mittagessen, sodass man für die bis zu 26 Kilogramm schweren Geräte genügend Kraft hatte.

„Für Situationen, in denen man nur gemeinsam das schwere Gerät halten kann, spielt Teamwork eine große Rolle“, berichtet der Feuerwehrsprecher. Ohne ein blindes Vertrauen sei ein Einsatz kaum möglich. Kommunikation, Absprachen und Informationsaustausch würden Unfälle im Einsatzverlauf vorbeugen und den Patienten sowie die Einsatzkräfte schützen.