Harpstedt - Anfang 2021 soll sie gegründet werden, die Bürgerenergiegenossenschaft in Harpstedt. Das berichtete Cord Remke, Vorsitzender der Harpstedter Energie-Agentur, im Ausschuss für Bau, Umwelt und Planung der Samtgemeinde. Ende des ersten Quartals 2021 soll dann die erste Photovoltaik-Anlage errichtet werden.
Zum Einordnen: Vor 19 Jahren wurde die Harpstedter Energie-Agentur gegründet, mit dem Ziel 100 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen. „Was damals für viele utopisch war, ist inzwischen unumgänglich“, meinte der Vorsitzende. Seit Anfang 2020 befasst sich die Energie-Agentur mit Fragen zur Stromerzeugung auf öffentlichen Gebäuden. Man habe sich besonders in der jüngsten Vergangenheit intensiv mit Photovoltaik (PV) auseinandergesetzt und eine Arbeitsgemeinschaft, derzeit mit sieben Personen, gegründet.
Von einer Bürgerenergiegenossenschaft würden alle Seiten profitieren, so Remke. „Zum einen das Klima, wenn PV-Anlagen statt Kohle für Energie sorgen. Zum anderen aber auch die Samtgemeinde, für die der Strom günstiger werden soll. Und natürlich profitiert auch die Genossenschaft an sich, beziehungsweise ihre Mitglieder, die Geld reingesteckt haben“, so der Vorsitzende der Agentur.
Erste Wahl: Freibad-Dach
Nach einer Beratung bei einem Genossenschaftsverband Ende Juli habe man sich einen Wirtschaftsplan überlegt und die Dächer in der Samtgemeinde angeschaut. Die erste Wahl fiel auf das Freibad-Dach, so Remke. Dort würde man am meisten Potenzial sehen, sagte er. Aber auch auf der Turnhalle der Grundschule und dem Dach der Kita Zwergnase gebe es die Möglichkeit, über PV-Anlagen Strom zu erzeugen.
Damit man über die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage (EEG-Umlage) aber nicht unnötig zahlen müsse, müsse wohl noch ein Vertrag mit der Samtgemeinde her. „Die Genossenschaft muss die PV-Anlagen an die Samtgemeinde verpachten, und die muss wiederum mit der Genossenschaft einen Servicevertrag abschließen“, blickte Remke voraus. So müssten über die EEG-Umlage nur 40 Prozent, also 2,7 Cent pro Kilowattstunde, bezahlt werden statt volle 100 Prozent.
Ehrenamtliche Arbeit
Bezüglich der rechtlichen und technischen Grundlagen wolle man sich zeitnah mit der Samtgemeinde zusammensetzen. „Wir hoffen, dass wir auf einen Nenner kommen, einen Plan B gibt es nämlich nicht“, meinte der Vorsitzende der Harpstedter Energie-Agentur. Die Gründung beim Genossenschaftsverband kostet rund 3000 Euro, „ansonsten arbeiten wir alle ehrenamtlich“. Wer Interesse hat, sich an der Arbeitsgemeinschaft zu beteiligen, kann sich bei Cord Remke melden. „Es können gerne noch ein paar Aktive dazu kommen“, sagte er.
