Harpstedt - Von Harpstedt nach Paris, New York und London und wieder zurück: Die 24-jährige Larissa Bohmhoff kommt aus Harpstedt und macht derzeit Karriere als Model. Sie drehte Werbevideos für Chanel, Adidas und Armani, lebte fast zwei Jahre direkt am New Yorker Central Park und hat nun in Hamburg ihr neues Zuhause gefunden.
„Als ich 15 Jahre alt war, wurde ich auf der Straße angesprochen, ob ich Lust aufs Modeln hätte. Damals war ich noch sehr schüchtern und hatte keine Karriere als Model im Kopf“, berichtet Larissa Bohmhoff. Ursprünglich wollte die Harpstedterin nach einem Schulpraktikum Polizistin werden, doch daraus wurde nichts, weil sich ihr Leben im Alter von 18 Jahren schlagartig veränderte. „Ich habe mit einer Freundin Fotos in einer Freistunde gemacht und sie an verschiedene Agenturen verschickt. Allerdings hatte ich keine großen Erwartungen, dass es klappt“, erzählt Larissa Bohmhoff über ihre Anfänge als Model. Eine Agentur aus Hamburg machte ihr ein Angebot, der großen Karriere stand nichts mehr im Weg.
Heimatverbunden
Mit Harpstedt verbindet Larissa Bohmhoff weiterhin ihre Familie. Sie hat in dort in einem Bücherladen gearbeitet und in Groß Mackenstedt gekellnert. „Das lag mir nicht so, da ich früher sehr schüchtern und nervös war“, berichtet das Model. Ihre Eltern und Großeltern leben immer noch in Harpstedt. Ihr Abitur hat sie in Wildeshausen gemacht. Für das Modeln musste die 24-Jährige ihr Hobby Korbball aufgeben. Sie spielte in Dünsen, dann in Bremen in der Bundesliga. „Ich hatte zu viele Muskeln fürs Modeln. Deshalb musste ich damit aufhören“, sagt Bohmhoff. Über das Wichtigste aus ihrer Heimat wird sie von ihren Eltern informiert. „Auch, wenn ich nicht mehr in Harpstedt wohne, bekomme ich natürlich schon noch mit, was dort passiert. Das interessiert mich.“
Von einem Bauernhof in Harpstedt zu einer Wohnung am Central Park in New York und Video-Drehs für Adidas am Times Square ist ein weiter Weg, könnte man meinen. Doch hinter dem Erfolg steckt ein unübliches Geheimrezept: eine gewisse Naivität. „Als ich in den USA war und bei einem Casting vorsprechen musste, hörte ich nur die anderen Models reden über die Modedesigner, Top-Models und weitere Berühmtheiten aus der Branche. Doch mich hat das alles anfangs gar nicht interessiert. Erst als meine Agentur mir empfohlen hat, jeden Tag Fachzeitschriften zu lesen, bin ich auf dem neuesten Stand in puncto Stars gewesen. Vielleicht hat mir diese Unwissenheit in einigen Situationen die Nervosität etwas genommen“, erzählt das Model.
Einsamkeit und Freunde
Neben den schönen Dingen im Model-Geschäft wie große Wohnungen in der Innenstadt von New York und kostenlose Besuche im Madison Square Garden zu Konzerten und Sport-Events gibt es aber auch Schattenseiten. „Man ist immer alleine und muss alles alleine regeln in unterschiedlichen Ländern. Auch von Freunden und Models in London, Paris, New York muss man sich wieder verabschieden und sieht sie oft nie wieder“, erzählt Larissa Bohmhoff.
Auch die Fashion-Week sei sehr anstrengend. „Bei meiner ersten Fashion-Week in London hatte ich einmal an einem Tag fünf Shows. Normalerweise muss man zwei bis vier Stunden vor einer Show bei der Location sein. Ich war zehn Minuten vor der Show da. Sechs Menschen haben gleichzeitig an mir gearbeitet – Haare, Make-up, Schuhe angezogen etc.“
Folgen der Corona-Krise
Wie wirkt sich die aktuelle Corona-Krise auf das Modeln aus? „Aktuell gibt es fast gar keine Job-Angebote“, berichtet die Harpstedterin. „Bei meinem letzten Job, vor gut zwei Wochen, war alles vollkommen anders. Normalerweise sind circa zehn Models gleichzeitig am Set, doch ich war alleine. Da waren keine Make-up-Artists, die Stylistin durfte mich fast gar nicht berühren, und ich musste meine Haare selbst machen.“
Da Flüge ins Ausland bereits abgesagt sind, bleibt jedoch eine Alternative: ein Facetime-Shooting. Dabei sind das Model und der Fotograf per Video-Chat verbunden.
