Harpstedt/Wildeshausen - Neuen Zulauf erhoffen sich die Verantwortlichen der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe „Gemeinsam stark“ in Harpstedt. Die Gruppe, die Hannelore Niemann 2019 sowohl für Betroffene als auch für Angehörige gegründet hat, hatte in der Spitze mehr als 20 Teilnehmende. Durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen seien es weniger geworden, nun seien es noch etwa zehn Mitglieder.
Betroffene und Angehörige
Eine Entwicklung, die sich bei vielen Selbsthilfegruppen zeige, sagt Irma Hamann von der Selbsthilfekontaktstelle des Landkreises Oldenburg, die seit vergangenem Jahr bei der Wildeshauser Freiwilligenagentur „Misch mit“ angegliedert ist. Die Wildeshauser Schlaganfall-Selbsthilfegruppe habe sich beispielsweise im vergangenen Jahr aufgelöst. Somit gebe es landkreisweit nur noch die Gruppen in Harpstedt und in Ganderkesee.
Diese sind aber offen für Personen aus dem gesamten Landkreis Oldenburg, Niemann erhofft sich vor allem aus Wildeshausen neue Mitglieder. Sogar aus Oyten käme jemand zu den Treffen, die ab sofort wieder regelmäßig am zweiten Donnerstag des Monats in der Begegnungsstätte in Harpstedt, Amtsfreiheit/Ecke Tielingskamp ausgerichtet werden sollen. Betroffene und Angehörige treffen sich gemeinsam, trennen sich aber gelegentlich auch räumlich, um sich einzeln auszutauschen.
Weil ihr die Organisation allein schwer fällt, zumal sie durch ihren 2017 erlittenen Schlaganfall vor allem kognitive Einschränkungen hat, hat Niemann eine neue „rechte Hand“: Bärbel Jungmann aus Dünsen unterstützt sie. Ihr Mann, der einen Schlaganfall erlitten hat, und sie seien seit etwa anderthalb Jahren Teil der Gruppe, sagt Jungmann.
Familiäres Gefühl
Das Schöne an der Gruppe und auch an Seminaren mit anderen Gruppenleitern, an denen sie regelmäßig teilnehme, sei das familiäre Gefühl, sagt Niemann: „Man fühlt sich gleich angenommen und verstanden, muss sich nicht erklären.“ Anders als im alltäglichen Umfeld könne man sofort „seine Maske ablegen“ und sich öffnen. „Wir haben alle das gleiche Problem, da kann man sich ganz anders unterhalten“, findet auch Jungmann.
Zu den Treffen kommen auch mal Ärzte und Psychologen und halten Vorträge, sagt Niemann. Auch Lachyoga oder ein Ausflug in die Twistringer Salzgrotte mache die Gruppe – „alles, was unserer Gesundheit dient“. Möglich sei das dank finanzieller Unterstützung, die Selbsthilfegruppen beantragen können. Dennoch geht es während der Treffen nicht nur um die Krankheit. Es werden gemeinsam Spiele gespielt, die Teilnehmenden trinken Kaffee und unterhalten sich.
Dass Selbsthilfe weite Kreise ziehe, weiß Hamann: Manchmal werde das Umfeld eines Betroffenen müde, sich immer wieder über dasselbe Thema zu unterhalten. Wenn diese sich in einer Gruppe mit Gleichgesinnten austauschen, könne das somit auch Angehörige und Freunde entlasten.
Wer Interesse hat, sich der Gruppe anzuschließen, kann sich bei Hannelore Niemann unter Tel. 04244/919799 oder 0174/6656942 sowie bei Irma Hamann unter Tel. 04431/7097585 oder per E-Mail an selbsthilfekontaktstelle@mischmit.org melden.
